Aufgaben und Ziele

Die Schaumburger Landschaft hat die Aufgabe, die regionale Kultur sowie historische Belange im Gebiet der historischen Grafschaft Schaumburg, wie sie bis 1640 bestand, zu fördern. Gerade die Regionalkultur prägt das Miteinander, schafft gemeinsame Werte und inspiriert die Menschen zur Stärkung der Zivilgesellschaft.

In diesem Sinne betreibt und fördert die Schaumburger Landschaft Geschichtsforschung. Sie unterstützt kulturelle und heimatpflegerische Bestrebungen von Vereinen, Verbänden und Institutionen. Sie koordiniert und bündelt Kulturveranstaltungen. Außerdem gehört Natur-, Landschafts- und Denkmalschutz zu ihren Aufgaben. Bei der Förderung von Kunst und Kultur werden sowohl traditionelle Elemente als auch neue kulturelle Entwicklungen einbezogen.

Seit dem Jahr 2009 gibt es zudem eine eigene Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft, die für die Landkreise Nienburg und Schaumburg sowie für die Städte Nienburg, Stadthagen, Bückeburg, Rinteln und Hameln zuständig ist. Die Kommunalarchäologie arbeitet eng mit den Unteren Denkmalschutzbehörden der genannten Landkreise und Städte zusammen. Zudem initiiert sie Forschungsprojekte, betreut Ehrenamtliche und dokumentiert die Ergebnisse ihrer Arbeit u.a. in Publikationen und Ausstellungen.

Die Schaumburger Landschaft finanziert sich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder, das sind Städte und Gemeinden im historischen Schaumburger Land und der Landkreis Schaumburg. Außerdem wird sie von der Sparkasse Schaumburg, dem Land Niedersachsenund der Landschaftlichen Brandkasse Hannover der VGH Versicherungen gefördert.

Geschichte der Schaumburger Landschaft

Die Schaumburger Landschaft wurde 1992 gegründet. Sie ist damit sehr jung im Vergleich zu den Grafen von Schaumburg, die 1110 zum ersten Mal ins Licht der Geschichte traten, als sie mit der Grafschaft Holstein belehnt wurden. Bis heute weist das Nesselblatt als Wappen auf die Verbindung von Schaumburg und Holstein hin.

Nach dem Aussterben der Schaumburger Grafen im Jahr 1640 wurde das Land in Schaumburg-Lippe und die hessische Grafschaft Schaumburg teilt. 1866 wurde die Grafschaft Schaumburg von Preußen annektiert. Das Fürstentum Schaumburg-Lippe wurde 1919 ein Freistaat in der Weimarer Republik und behielt seine Eigenständigkeit bis 1946. Danach ging es wie die Grafschaft Schaumburg als Landkreis in dem neuen Bundesland Niedersachsen auf. 1977 wurden beide Teile im Zuge der Gebietsreform zum Landkreis Schaumburg zusammengelegt.

Die historische Schaumburger Landschaft, die Landstände, prägten die Politik entscheidend mit, etwa in der Regentschaft des Landes im 16. Jahrhundert. Bestehend aus den „Curien“ des Adels und der Geistlichen, der Städte und teilweise auch der Bauern waren die Landstände mit Unterbrechungen rund drei Jahrhunderte aktiv.

Brauchtum, gemeinsame Lebens- und Arbeitserfahrungen sowie eigenständige Formen der Baukultur und Siedlungsstruktur waren prägend für die Herausbildung einer Schaumburger Identität. Besonders gilt dies für die überaus üppige und farbenfrohe Schaumburger Tracht, aber auch für die Migration der Schaumburger als Heringsfänger, die Arbeit im Bergbau bis 1960, die „Schaumburger Mütze“ als Giebel der Bauernhäuser und die Hagenhufendörfer.

Vorbild für die heutige Schaumburger Landschaft waren die Gründungen von Landschaftsverbänden in anderen Regionen Niedersachsens, die von den historischen Hannoverschen Landschaften initiiert worden waren. Der Wunsch nach einer modernen Schaumburger Landschaft entstand durch ein wachsendes Bedürfnis, die regionale Identität zu bewahren und Heimatgefühl gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung zu vermitteln.

Ganz im Sinne des Vorbilds der historischen Landschaften, nämlich unabhängig von staatlicher Verwaltung, wurde die Schaumburger Landschaft 1992 als eingetragener gemeinnütziger Verein etabliert.

Förderer

Sparkasse Schaumburg

Die Sparkasse Schaumburg unterstützt die Arbeit der Schaumburger Landschaft zuverlässig und ist der wichtigste Förderer.

Landschaftliche Brandkasse Hannover

Regelmäßig stellt die Landschaftliche Brandkasse Hannover, wichtigstes Teilunternehmen der VGH Versicherungen, den Landschaften und Landschaftsverbänden im Geschäftsgebiet der VGH eine beträchtliche Summe für die satzungsgemäße Förderung von Kultur in der Region zur Verfügung. Aus diesen Mitteln werden vor allem die eigenen Projekte finanziert.

Land Niedersachsen

In ihrer Arbeit werden die Landschaften und Landschaftsverbände durch das Land Niedersachsen unterstützt. Seit ihrer Gründung erhält die Schaumburger Landschaft vom Land eine institutionelle Förderung.

Im Zuge der Neuordnung der Kulturförderung in Niedersachsen werden der Schaumburger Landschaft seit 2005 jährlich weitere Landesmittel für die regionale Kulturförderung übertragen.

Zu diesen verlässlichen Zuwendungen kommen in wechselndem Umfang projektbezogene Einnahmen von verschiedenen Förderern.

Weiterführende Informationen zu Förderungen aus Eigenmitteln und Landesmitteln finden Sie unter Kulturförderung.

ALLviN – Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen.

Die dreizehn Verbände haben sich 1997 zur Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände (ALLviN) zusammengeschlossen. Die sechs hannoverschen Landschaften, die Region Hannover und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sind in die Arbeit von ALLviN einbezogen.

Die Arbeitsgemeinschaft initiiert gemeinsame Projekte, dient dem Erfahrungsaustausch und der Vertretung der gemeinsamen Interessen. ALLviN ist kein Dachverband, sondern eine unbürokratische Plattform der Zusammenarbeit. Deren Organisation und Betreuung wird im zweijährigen Wechsel von einem der beteiligten Verbände übernommen.

Die Geschäftsführung von ALLviN liegt für 2020/21 bei der Emsländischen Landschaft.