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Aktuelles

Wilhelm-Busch-Preis geht an Isabel Kreitz

Isabel Kreitz wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2019 für ihr
Werk geehrt

Die Hamburger Comic-Autorin Isabel Kreitz wird mit dem diesjährigen Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung ausgezeichnet. Der Wilhelm-Busch-Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Wilhelm Busch gilt als Wegbereiter des modernen Comics. Jahrzehntelang lebte und arbeitete er in seinem Geburtsort Wiedensahl in Niedersachsen. Seine Zeichnungen und sein brillanter Sprachwitz sind bis heute beeindruckend. Der Wilhelm-Busch-Preis würdigt im deutschsprachigen Raum Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Arbeit der künstlerischen Qualität und der Tradition Wilhelm Buschs verbunden und verpflichtet fühlen. Hierbei sind nicht nur deren Fähigkeiten als satirische Erzähler gefragt, sondern vor allem auch eine ästhetisch-hochwertige Zeichenkunst. Bisherige Preisträger waren Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow (Loriot), Ernst Kahl, Franziska Becker und Hans Traxler. 2017 hat Ralf König den Wilhelm-Busch-Preis erhalten.

Isabel Kreitz zählt mit ihrem vielschichtigen Comicwerk zu den bekanntesten deutschsprachigen Comic-Autorinnen im In- und Ausland. Das spiegeln auch die zahlreichen Auszeichnungen wieder, die sie bisher erhalten hat, wie 1997 den Deutschen Comicpreis (Comic-Festival Hamburg), 2008 und 2012 den Max-und-Moritz-Preis sowie 2008 und 2011 den Sondermann-Preis.

Isabel Kreitz wurde 1967 in Hamburg geboren und besuchte dort nach dem Abitur 1988 die Fachschule für Gestaltung. 1990 studierte sie an der Parson School in New York, wo sie den Professionalismus der amerikanischen Comic-Zeichner kennenlernte. Die Lust am Comiczeichnen verfestigte sie durch einen Comic-Kurs bei Gérald Gorridge in Erlangen (1991). Sie wirkte im Zeichnerteam der „Ottifanten“ mit und veröffentlichte einige Comic-Kurzgeschichten, z. B. „Fenstersturz“ im Magazin Strapazin 31/1993. Der Durchbruch gelang ihr 1993 mit der Teilnahme an der Gemeinschaftsausstellung Comopoly der INC (Hamburger Initiative Comic Kunst). Nahezu zeitgleich erschien ihre witzige und ironische Stripserie „Heiß + Fettig“, die vom Alltag an einer Hamburger Imbisstube erzählt, in der Bild-Zeitung und 1994 gesammelt als Album. 1994 schloss Isabel Kreitz ihr Studium an der Fachhochschule ab. In ihrer Diplomarbeit mit dem Titel „Schlechte Laune“ verschmelzen zeitgenössische Jugendkultur und Horrorelemente: Der junge S-Bahn-Surfer Ralf erleidet einen schweren Unfall und lebt von nun an als Freak in der Hamburger Kanalisation. Drei weitere Ralf-Alben (1995, 1997, 2003) sollten folgen.

1995 veröffentlichte Isabel Kreitz bei Carlsen das Album „Ohne Peilung“, das Jugendliche mit der NS-Zeit in Hamburg konfrontiert, ein Thema, das sie bis heute beschäftigt. Für die Landeszentrale für politische Bildung (Hamburg) zeichnete sie 1996 ein Comic-Heft, „Unter uns“, das bei aller Unterhaltung vor allem Denkanstöße und politische Mündigkeit forderte, ohne belehrend oder vorschreibend zu sein. Es geht um ein junges Mädchen, das ins Neonazimilieu gerät. Neben eigenen Geschichten widmet sich Isabel Kreitz auch der Adaption. Auf ihre Weise erzählte sie 1996 mit den narrativen und visuellen Möglichkeiten der Bildgeschichte in Uwe Timms Roman „Die Entdeckung der Currywurst“. Am bekanntesten sind ihre Adaptionen nach Romanen von Erich Kästner. 2006 erschien das erste Buch, „Der 35. Mai“. Haben ihre Zeichnungen bisher schon ausgewiesen, dass sie stilistisch vielseitig ist, den Cartoon-Strich beherrscht wie realistische und expressive Spielarten, so präsentiert sie die Kästner-Adaptionen als Hommage an Kästners großartigen Illustrator Walter Trier in Annäherung an dessen Zeichenstil.

Brisante, kritische Themen der Vergangenheit wie der Gegenwart weiß Isabel Kreitz in spannend erzählten Geschichten aufzugreifen. Sie unterhalten nicht nur, sondern geben auch reflektierende Anstöße, wie beim Zusammenspiel von Wirtschaftskriminalität und Terrorismus („Waffenhändler“, 1998). Die eher heitere Geschichte um einen Kartoffeln liebenden Koch transportiert das wichtige Thema Entwicklungshilfe („Die Leidenschaften des Herrn Lührs“, 2001, zusammen mit Laura Bartels für die Deutsche Welthungerhilfe). Informativ wie spannend ist ihr umfangreicher Bildroman „Die Sache mit Sorge“ (2008), dessen Protagonist zur Zeit des 2. Weltkrieges in Tokio für den sowjetischen Militärgeheimdienst spioniert. Die Nachkriegszeit, in der sich die Menschen bemühen, wieder in ein „normales“ Leben zu finden, ist Thema des Bildromans „Rohrkrepierer“ (nach Konrad Lorenz, 2015).

Der Leserschaft Informationen und Denkanstöße zu geben, ist ihr wichtig. Das zeigt sich auch in ihrer Serie zu 60 Jahren deutscher Nachkriegsgeschichte, die 2009 in der Frankfurter Rundschau erschien. Die erinnerten Ereignisse aus Politik, Gesellschaft und Kultur erscheinen 2011 gesammelt: „Deutschland. Ein Bilderbuch“.

Aber auch die Lust am Erzählen spannender, kruder, mysteriöser Geschichten prägt ihr vielschichtiges Werk, wie ihre mit Eckart Breitschuh und Stefan Dinter geschaffene sechsteilige Heftreihe „Mabuse“ (2000/2002) oder der historische Kriminalfall „Haarmann“ (zusammen mit Peer Meter, 2010) zeigen. Hier reiht sich die Herausgabe der Gruselcomicreihe „Die Unheimlichen“ ein, der sie mit „Den Nachfolgern im Nachtleben“ (nach Sarah Khan, 2018) auch selbst ein lesenswertes Beispiel beisteuert.

Auch wenn Isabel Kreitz sich bescheiden mehr als Handwerkerin denn als Künstlerin sieht –sie hat mit ihrem breit aufgestellten Werk eine künstlerische und narrative Qualität vorgelegt, die beispielhaft die „Neunte Kunst“ als kulturell bedeutsam und anderen Kunstformen gleichrangig ausweist. Die Bildgeschichte in kurzer wie auch in romanhaft langer Form als künstlerisches Werk, das Unterhaltung, Genuss und Denkimpuls vereint, war auch die überragende Leistung Wilhelm Buschs. Isabel Kreitz tritt – ganz in diesem Sinne – würdig in seine Nachfolge.

Bibliografie (Auswahl):

Serie Ralf (Schlechte Laune, 1994; Ralf lebt! 1995; Totenstill, 1997; Gier, 2003), Zwerchfell

Heiß + fettig, 1994, Achterbahn

Ohne Peilung, 1995, Carlsen

Unter uns, 1996, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Die Entdeckung der Currywurst, 1996, Carlsen (nach Uwe Timm)

Waffenhändler, 1998, Carlsen

Mabuse (6 Hefte, 2000 – 2002), Carlsen (zus. mit Eckart Breitschuh und Stefan Dinter)

Sushi entdecken, 2004, Carlsen (zusammen mit Junko Iwamoto)

Der 35. Mai (nach Erich Kästner), 2006, Dressler

Die Kunst Single! zu sein. 50 Tricks für SIE, die IHN todsicher vergraulen, 2006, Lappan (zusammen mit Pim Pauline Overgaard)

Die Sache mit Sorge. Stalins Spion in Tokio, 2008, Carlsen

Pünktchen und Anton (nach Erich Kästner), 2009, Dressler

Haarmann, 2010, Carlsen (zus. mit Peer Meter)

Deutschland. Ein Bilderbuch, 2011, DuMont

Rohrkrepierer, 2015, Carlsen (nach Konrad Lorenz)

Das doppelte Lottchen (nach Erich Kästner), 2016, Dressler

Den Nachfolgern im Nachtleben, 2018, Carlsen (nach Sarah Khan)

 

Mitglieder der Jury des Wilhelm-Busch-Preises

Prof. Hans-Georg Bögner, SK Stiftung Kultur/SK Stiftung Jugend und Medien der Sparkasse KölnBonn

Prof. Dr. em. Dietrich Grünewald, Kunstdidaktiker, Universität Koblenz-Landau

Martin Jurgeit, Comic-Fachjournalist, u. a. für „buchreport“, Dortmund

Dr. Gisela Vetter Liebenow, Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover

 

Denkmalkindergärten

Das von der Schaumburger Landschaft initiierte und betreute Projekt „Denkmalpädagogik in Kindergärten und Grundschulen“ geht in die nächste Runde: noch bis Ende März können sich interessierte Kindergärten und Grundschulen zu einer Exkursion anmelden. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr das Schloss Baum, die Grabpyramide am Schloss Baum, das Lauenhäger Bauernhaus, das Stift Obernkirchen und der Kurpark Bad Nenndorf als Beispiel eines englischen Landschaftsgartens eines hessischen Kurfürsten. Neben diesen historischen Orten stehen interessierten Grundschulen zusätzlich Teile der Rintelner Altstadt für einen spannenden Ausflug in die Geschichte zur Verfügung.

Ziel dieser denkmalpädagogischen Aktionstage ist es, die Gedanken und Werte der Denkmalpflege bereits für die Jüngsten unter uns erlebbar zu machen und sie für ihre historische Umwelt, die Schaumburger Landschaft und Natur zu begeistern. Mit dem Einstieg in die kulturelle Bildung im Kindergarten- und Grundschulalter sollen erste positive Erinnerungen geschaffen werden, die junge Menschen prägen und sie künftig motivieren, sich für den Schutz und die Pflege ihres kulturellen Erbes zu engagieren. Jeder Aktionstag vor Ort  und am Denkmal bildet zu unterschiedlichen Themenbereichen von Archäologie, Kirchen und Schlössern bis hin zu landwirtschaftlichen Gebäuden, Gärten und Parks sowie Natur- und Landschaftspflege eine abgeschlossene Einheit. Neugier und Wissensdurst der Kindergarten- und Grundschulkinder bilden dafür die auslösenden Momente.

Dank einer ausgefeilten didaktischen Methode können Kindergarten- und Grundschulkinder erfahren, was ein Denkmal sein kann und welche Bedeutung es hat. Frühzeitig wird so auch ein Interesse an Heimatgeschichte und -verständnis geweckt – eine Voraussetzung, um kulturelles Erbe später zu pflegen.

 

Denkmalkindergärten

 

Aus den Kindern werden so kreative und innovationsfreudige Menschen, die die historisch gewachsene Umwelt und Natur als ihre Kulturlandschaft und als Bereicherung ihres Lebens erkennen, sie schützen und bewahren.

Download Anmeldeformular Kindergärten                      Download Anmeldeformular Grundschulen

Vierte Auflage von „Schaumburger Land – eine kleine Landeskunde“ erschienen

Kurz vor dem zweiten Schulhalbjahr ist die beliebte „Schaumburger Landeskunde“ in der mittlerweile vierten Auflage im Westermann Verlag erschienen. Das von der Schaumburger Landschaft herausgegebene und in ihrer Publikationsreihe „Kulturlandschaft Schaumburg“ erschienene Buch wurde überarbeitet und aktualisiert. Das Buch wird kostenlos an die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen im Landkreis Schaumburg verteilt. Dies ist nur möglich, weil der Landkreis Schaumburg, die Klosterkammer Hannover, die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, die Bürgerstiftung Schaumburg und die Kulturstiftung Schaumburg die Drucklegung des Buches großzügig gefördert haben. Die vielfältigen und spannenden Themen, die das Schaumburger Land zu bieten hat, laden die Schülerinnen und Schüler (aber auch Erwachsene) dazu ein, sich mit der Geschichte, der Landschaft und der Kultur ihrer Heimat zu beschäftigen. Denn zu wissen, wo man lebt und was die eigenen Wurzeln sind, ist wichtig zur Verortung in unserer globalisierten Welt.

 

 Landeskunde

erschienen in der Reihe Kulturlandschaft der Schaumburger Landschaft, Band 8
ISBN 978-3-07-509703-8 | Paperback  l Fadenheftung l 24 x 17 cm l 288 Seiten l farb. Abbildungen. 14,80 €

Westermann Verlag

Erhältlich im Buchhandel und bei der Schaumburger Landschaft

Neuauflage der Publikation „Gärten im Weserbergland“ erschienen

2004 erstmals erschienen, erfreut sich das in der Zwischenzeit vergriffene Buch „Gärten im Weserbergland. Eine Reise zu Parks und Gärten entlang der Weser“ von Petra Widmer immer noch großer Beliebtheit.

Da das Buch weiterhin stark nachgefragt wird und sich die dort beschriebenen Parks und Gärten in einem ständigen Wandel befinden, erscheint der Band nun in einer überarbeiteten und aktualisierten Neuauflage. Herausgeber sind die Schaumburger Landschaft sowie der Landschaftsverband Südniedersachsen. Die Texte wurden von dem Landschaftsarchitekten Henning Dormann überarbeitet und aktualisiert. Die Fotos für die Kreise Schaumburg und Hameln-Pyrmont wurden von Sigmund Graf Adelmann und Henning Dormann, die Fotos für den Kreis Holzminden vom Verleger des Bandes, Jörg Mitzkat, neu erstellt. Die Publikation wurde darüber hinaus gefördert von der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten, der Braunschweigischen Stiftung und der Sparkasse Hameln-Weserbergland.

Gezeigt und beschrieben werden nicht weniger als 43 Parks und Gärten: vom Schloss Hagenburg bis zum Rittergut Westerbrak bei Bodenwerder, vom Park an der „Klus“ in Bückeburg bis zum Rittergut Voldagsen bei Coppenbrügge. Der Band beleuchtet die Geschichte der Gärten und ihrer Eigentümer, zeigt das heutige Erscheinungsbild und informiert über Öffnungszeiten.

ISBN 978-3-95954-053-7, Paperback, 96 Seiten, 19,80 €, Bezug über Buchhandel

 

Lisa Kreißler und Maximiliane Spieß werden mit dem Kulturpreis Literatur des Landkreises Schaumburg ausgezeichnet

Einstimmig hat die Jury den Kulturpreis des Landkreises Schaumburg, der in diesem Jahr für den Bereich der Prosaliteratur ausgeschrieben wurde, mit Lisa Kreißler und Maximiliane Spieß zwei jungen Schriftstellerinnen aus dem Schaumburger Land zuerkannt. Mit der Vergabe des Preises an eine literarische Doppelspitze ehrt der Landkreis Schaumburg zwei Autorinnen, die die unterschiedlichen Facetten seiner Landschaft in ein jeweils anderes und neues Licht rücken.

Beide Preisträgerinnen stehen am Beginn ihrer Karriere und schreiben auf faszinierende, aber ganz unterschiedliche Weise über die Heimkehr in den ländlichen Raum.

Lisa KreißlerLisa Kreißler, 1983 in Bückeburg geboren und in Waltringhausen aufgewachsen, nutzt ihre Heimat als teils vordergründig gegenwärtige, teils mythische Landschaft für die psychologischen Entwicklungen ihrer Figuren. Sowohl in ihrem Debütroman Blitzbirke, 2014 beim mairisch Verlag erschienen, als auch in Das vergessene Fest, 2018 bei Hanser Berlin publiziert, machen die Protagonistinnen in der Wiederbegegnung mit den Eltern und der vertrauten Umgebung einen schmerzlichen, aber auch befreienden Erkenntnisprozess durch. Lisa Kreißlers Sprache, die auf märchenhaft magische Weise und mit hintergründigem Humor beständig eine zweite Realität unter der greifbaren durchschimmern lässt, zieht den Leser unmittelbar in ihren Bann.

Maxi SpießMaximiliane Spieß, 1992 in Rinteln geboren und dort aufgewachsen, eine versierte Graphic-Novel-Künstlerin, hat mit Je länger der Tag, je kürzer der Faden ein beeindruckendes Romanmanuskript vorgelegt, das noch ohne Verlag ist. Sie erzählt in bildmächtiger Sprache von einer Ziegelei nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, deren Besitzer aus der Gefangenschaft heimkehrt. Seine Frau und seine kleine Tochter haben sich unterdessen zusammen mit einem tüchtigen Helfer erfolgreich ohne den vermeintlich Verschollenen im Unternehmen eingerichtet: Ein Machtspiel unter Verzweifelten beginnt. Wie sich die junge Autorin in einem sehr eigenen, nur vermeintlich historisierenden Ton in die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1920er Jahre und in die komplizierten seelischen Schichten der vier Protagonisten einarbeitet, ist eine herausragende literarische Leistung.

Seit fast 20 Jahren vergibt der Landkreis Schaumburg in Zusammenarbeit mit der Schaumburger Landschaft in lockerer Folge einen Kulturpreis, um Kunst und Kultur in der Region zu fördern. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Sparkasse Schaumburg unterstützt. Der hochkarätigen Jury zum Bereich der Prosa-Literatur gehören die bekannte Schriftstellerin und Georg-Büchner-Preisträgerin, Felicitas Hoppe (Hameln/Berlin), der Autor und Rezitator Frank Suchland (Bückeburg), die Leiterin der NDR-Kultur-Literaturredaktion, Ulrike Sárkány (Hannover), der Programmleiter des Literarischen Salons der Leibniz Universität Hannover, Jens Meyer-Kovac (Hannover), und der Philosoph und Gymnasiallehrer, Dr. Reinhard Loock (Rinteln), an.

Neue CD der Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ der Schaumburger Landschaft: „EK KÜER PLATT, DU OOK?“

Geschichten und Vertellse ut den Schaumbörger Lanne twischen Steinhuder Mier un Bückebaarge

Das Schaumburger Platt ist ein versinkendes Kulturgut. Weil es immer weniger „Plattküerers" in Schaumburg gibt, droht diese Sprache zu verschwinden. Daher ist es für die Schaumburger Landschaft wichtig, das „Schaumbörger Platt" und die in ihm zur Sprache kommende Welt zu bewahren.

Dem sollen auch die Geschichten und Gedichte auf der neu erschienenen CD dienen. Oft erinnern sie an Ereignisse und Bräuche einer vergangenen Zeit, die mit der Region Schaumburg verbunden sind. Von Hochzeitsbräuchen ist da die Rede, von der Einführung der Eisenbahn, aber auch von großer Wäsche und Vogelscheuchen.

Das Besondere: „Das" Schaumburger Platt gibt es nicht, sondern jedes Kirchspiel hatte „sein" Platt. Und so repräsentieren die Geschichten auch die Vielfalt des „Schaumbörger Platt" zwischen Steinhuder Meer und Bückeburg, zwischen Lindhorst und Rinteln.

Die CD ist zum Preis von 9,90 € bei der Schaumburger Landschaft erhältlich.

Zum Glossar mit den Übersetzungen der wichtigsten unbekannten Wörter:

Datenbank für Musiker aller Stilrichtungen

Die Schaumburger Landschaft lädt alle aktiven Musiker im Schaumburger Land ein, sich in einer neuen, gemeinsamen Datenbank einzutragen.

Mit dem Namen ihres Ensembles oder ihrer Band, einem Ansprechpartner und der Stilrichtung ihrer Musik sowie den gewünschten Veranstaltungen können sich die Musiker öffentlich sichtbar und Veranstalter auf sich aufmerksam machen. Außerdem erleichtert die Datenbank die Vernetzung der Musiker untereinander.

Die Datenbank soll ganz unterschiedlichen Veranstaltern die Suche nach der geeigneten Formation, dem erwünschten Ensemble erleichtern. Sie planen eine Firmenfeier, die mit Livemusik untermalt werden soll? Hier werden Sie die passende Band dafür finden. Oder es naht ein runder Geburtstag, auf dem ein bestimmtes Musikstück nicht fehlen darf? Sie suchen den Kontakt zu den Musikern und sprechen sich ab. Auch eine Ausstellungseröffnung oder eine Lesung könnte von den Musikern aus dem Schaumburger Land umrahmt und bereichert werden. Hochzeiten, Beerdigungen, Vorträge, Symposien, Kongresse, Kirchenkonzerte, Bandauftritte, Straßenfeste - überall ist Livemusik wunderbar. In der neuen Datenbank wird jeder fündig.

Informationen erhalten Interessierte bei der Schaumburger Landschaft, Tel. 05722 9566-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Neu beTrachten.

Inspiriert von der  Schaumburger Tracht haben die Schaumburger Landschaft und die Hochschule Hannover ein neues Outfit für Gästeführer in der Leinenfabrik Seegers & Sohn in Steinhude präsentiert.

Mit dem Projekt „Nach Neuem Trachten“ hatte die Hochschule Hannover in Kooperation mit der Schaumburger Landschaft die Schaumburger Tracht vor einigen Jahren auf sehr erfolgreiche Weise in ein ganz neues Licht gesetzt und als zeitgenössische Mode von Streetwear bis Couture präsentiert. Nun haben die Schaumburger Landschaft und die Fakultät III – Medien, Information und Design der Hochschule Hannover wieder zusammengearbeitet und unter der Leitung von Prof. Martina Glomb am 26. Mai eine Kollektion für Gästeführer in Anlehnung an die Schaumburger Tracht in der Leinenfabrik Seegers & Sohn in Steinhude präsentiert. Funktional und gut tragbar sollte es sein – so hatten es sich die Schaumburger Gästeführer gewünscht. Rund 120 Gäste waren von ebenso eleganten wie schlichten Kleidungsstücken, in denen nachempfundene Elemente der Schaumburger Tracht verarbeitet wurden, begeistert.

Die Mode- und Produktdesignerin Julia Eschment, Absolventin der Hochschule Hannover, hat die Kollektion entworfen. Eschment, die mit einer Partnerin das Entwurfsatelier Nähwerk in Braunschweig betreibt, ließ sich im vergangenen Frühherbst auf der Trachtenschau in Bad Nenndorf inspirieren. Mit fachlichen Tipps stand ihr die Ottenser Trachtenexpertin Sophie Mensching zur Seite. Schaumburger Gästeführerinnen und Gästeführer hatten dann bald die ersten Entwürfe und die Auswahl der Farben in Augenschein genommen.

Das Projekt ist eingebunden in die Forschung des Studiengangs Modedesign zum Thema SLOW FASHION-Innovationen im Bedarfsfeld nachhaltige Bekleidung. Dabei erwies sich die Leinenfabrik Seegers & Sohn aus Steinhude als wichtiger Kooperationspartner. Bereits für das Projekt Nach Neuem Trachten hatte Deutschlands älteste Leinenweberei eindrucksvolle Schaumburger Ornamente gewebt, die sich auch u. a. auf den Jacken wiederfinden. Neu ist ein Blumenmotiv in Anlehnung an die Schaumburger Tracht, das die Leinenfabrik Seegers & Sohn nach einem Entwurf von Julia Eschment gewebt hatte. Es ziert den Sommerrock der Kollektion.

Die Kollektion von Julia Eschment ist als Work in Progress anzusehen. Die Entwürfe können weiterentwickelt und Details verändert werden. So können Gästeführer und Gästeführerinnen sich einzelne Teile anfertigen lassen. Hinzu kommen Accessoires wie eine Tasche und ein Rucksack sowie ein Regenschirm. Rucksäcke und Taschen mit dem Schaumburger Ornament können zudem bei der Leinenfabrik Seegers & Sohn, Bleichenstr. 28, 31515 Steinhude, erworben werden.

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Kulturorte in Schaumburg

Als erster Landschaftsverband Niedersachsens hat die Schaumburger Landschaft unter dem Titel „Kulturorte in Schaumburg“ eine Broschüre sowie eine mobile Website erstellt, die Geflüchteten kulturelle Orte in der Region Schaumburg in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch) näherbringt. Über diesen Link gelangen Sie zur mobilen Website: www.kulturorte-shg.de.

25 Jahre Schaumburger Landschaft

Mit einem Festakt im Stift Obernkirchen hat die Schaumburger Landschaft ihr 25jähriges Bestehen gefeiert. 1992 war der niedersächsische Landschaftsverband gegründet worden. An der Veranstaltung nahmen rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil.

Diese große Resonanz zeige die Verbundenheit, die die Menschen in der Region und darüber hinaus zur Schaumburger Landschaft empfinden, konstatierte der Vorsitzende, Dr. Klaus-Henning Lemme. Zudem dankte er den langjährigen Förderern der Schaumburger Landschaft, vor allem der Sparkasse Schaumburg, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der VGH und der Klosterkammer. Landrat Jörg Farr betonte in seinem Grußwort, dass die Schaumburger Landschaft für die ganze Bandbreite der Kultur in der Region stehe. Es sei "großartig", dass der Verband so viele eigene Projekte auf die Beine stellte. Der Geschäftsführer des Landschaftsverbands Stade, Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, betonte, dass die Schaumburger Landschaft einer der aktivsten Landschaftsverbände in Niedersachsen sei, von dem zahlreiche Initiativen ausgingen und der insbesondere durch innovative Eigenprojekte, wie z. B. "Nach Neuem Trachten", großes Renommee auch über die Landesgrenzen hinaus erlangt habe.

In einer lockeren Gesprächsrunde unter dem Titel "Anfang ist bedenkenswert" erzählten die Gründungsvorsitzende des Verbands, Ute Bernhardt,
Dr. Klaus-Henning Lemme und der langjährige frühere Geschäftsführer, Sigmund Graf Adelmann, humorvoll, wie der Landschaftsverband 1992 entstand und sich in den ersten Jahren entwickelte. Einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft warf die amtierende Geschäftsführerin, Priv.-Doz. Dr. Lu Seegers. Im ländlichen Raum sieht sie ein besonderes Potenzial für die Kultur, zumal Räume, die kreativ genutzt werden können, in den Metropolen immer teurer würden. Um junge Menschen für das Schaumburger Land zu begeistern, müsse die Kultur aber die Möglichkeit bieten, neue kreative Erfahrungen machen zu können.

Künstlerisch gestaltet wurde der Abend durch zwei besonders kreative junge Menschen aus Schaumburg. Der in Stadthagen aufgewachsene und seit sieben Jahren in New York lebende Jazz-Saxofonist Timo Vollbrecht beeindruckte das Publikum mit drei Solo-Improvisationen, darunter einer eigens für das Jubiläum der Schaumburger Landschaft komponierten Hommage an Schaumburg. Mit einem ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Gedicht-Bericht zur Geschichte der Schaumburger Landschaft und zur Historie des Schaumburger Lands begeisterte die junge Poetry-Slammerin Nina Dopheide die Gäste. Ihren Gedicht-Bericht können Sie im Anhang lesen.

Download Gedicht-Bericht von Nina Dopheide