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Aktuelles

Offene Ateliers 2017

Kunst hautnah erleben und dabei mit Künstlern ins Gespräch kommen, das kann man am 13. und 14. Mai 2017 im Schaumburger Land.

In einer Galerie oder in einem Museum wirken Bilder, Plastiken und Objekte, trotz geschickter Platzierung und bester Beleuchtung, manchmal einsam und fehl am Platz, weil sie ihren ursprünglichen Zusammenhang verloren haben oder weil sie sich gegen ganz andersartige Werke behaupten müssen. Man merkt ihnen an, dass dieser Ort der Präsentation nicht der Ort der Entstehung ist. Und da der Künstler in einer Galerie oder in einem Museum meist nicht neben seinem Werk steht und Erklärungen abgibt, fehlen dem Betrachter oft auch wichtige Informationen zum Verständnis eines Werkes. Keine noch so gute Beschriftung, kein lehrreicher Ausstellungskatalog mit Lebensdaten und Portraitfoto, kann die wirkliche Begegnung mit dem Schöpfer und seiner Lebens- und Arbeitswelt ersetzen. Die klassische und beste Möglichkeit, einen Künstler und sein Werk kennenzulernen, ist der Atelierbesuch.

Schaumburger Künstlerinnen und Künstler geben Interessierten die Gelegenheit, sie am Samstag, dem 13., und am Sonntag, dem 14. Mai 2017, jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr, in ihren privaten Räumlichkeiten und Werkstätten zu besuchen.

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Ralf König wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2017 für sein Lebenswerk geehrt

Ralf KoenigFoto: vvg

Ralf König ist der national und international mit Abstand erfolgreichste und anerkannteste deutsche Comic-Zeichner unserer Tage. Das unterstreichen neben Veröffentlichungen in aller Welt zahlreiche Auszeichnungen auf renommierten Comic-Festivals, etwa in Angoulême (Frankreich) oder Lucca (Italien). Und gleich viermal wurde Ralf König bereits mit einem Max und Moritz-Preis auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen ausgezeichnet. 

Seinen Durchbruch erzielte der 1960 in Soest/Westfalen geborene, inzwischen aber schon lange in Köln wohnhafte Zeichner gleich mit seinem ersten, in einem großen Publikumsverlag veröffentlichten Ban, "Der bewegte Mann". In diesem 1987 erschienenen und sieben Jahre lang mit viel Erfolg verfilmten Buch setze er konsequent auf ein langes Erzählformat, das mit über 100 Seiten weit von dem entfernt ist, was das deutsche Publikum bis dato aus Comic-Heften oder -Alben mit ihren Standardumfängen gewohnt war und ihn zu einem wichtigen Pionier der Graphic Novels machte. 

Zuvor hatte Ralf König zumeist mit Kurzgeschichten brilliert, die er seit Anfang der 1980er Jahre etwa in seinen "Schwul-Comix" veröffentlichte. Seit dieser Zeit wird Ralf König wahlweise als "wichtigster Chronist" oder "bedeutendster Sympathieträger" der Schwulenbewegung bezeichnet. 

Bis heute behält er sich eine große formale Flexibilität vor, die immer nur den Inhalten verpflichtet ist - ganz so, wie es schon Wilhelm Busch bei seinen Werken hielt. Dieser Pionier des Comics erweckte Ralf Königs Interesse an Bildergeschichten bereits in ganz jungen Jahren, als er im elterlichen Haushalt "Das große Wilhelm Busch Album" entdeckte, das ihm bis heute ein wichtiger Wegbegleiter auf seiner künstlerischen Karriere geblieben ist. 

Ganz auf Wilhelm Buschs Spuren wendet sich Ralf König gegen jegliche Versuche, das freie Denken einzuschränken, und betont stattdessen das Streben nach Selbstentfaltung - auch und gerade gegen gesellschaftliche Widerstände. Immer wieder machte Ralf König durch seine pointierte Auseinandersetzung mit Religionsthemen von sich reden, so in dem zweibändigen Werk "Dschinn Dschinn", seinen zum Karikaturenstreit entstandenen Cartoons oder seiner "Bibel-Trilogie", die teilweise in der F.A.Z. vorabgedruckt wurde.

Mit diesen Arbeiten, die neben ihrer unbändigen Komik auch pointierte Gesellschaftskritik beinhalten, setzt sich Ralf König in eine direkte Nachfolge von Wilhelm Busch, der sich selbst aufgrund der Geschichte "Der heilige Antonius von Padua" zu seiner Zeit der "Herabwürdigung der Religion" bezichtigt sah. 

Auch aufgrund dieser Geistesnähe war es Ralf König eine große Freude, auf seine ganz eigene Weise Buschs bekannteste Figuren Max und Moritz für das Ausstellungs- und Buchprojekt "Wilhelm Busch und die Folgen" zu interpretieren, das anlässlich des 2008 begangenen 100. Todestages von Wilhelm Busch initiiert wurde und bis heute wegen Ralf König unvergessen ist. 

Denkmalkindergärten

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege hat die Schaumburger Landschaft 2012 und 2013 ein Modellprojekt "Denkmalkindergärten" für Niedersachsen durchgeführt. Das Konzept wurde von Edith Weitzel-Mudersbach entwickelt, die Deutsche Bundesstiftung unterstützte das Modellprojekt finanziell. Für die Fortsetzung von "Denkmalkindergärten" ab 2014 als Projekt der Schaumburger Landschaft konnten als Pädagogen Christiane Papassimos und Henning Dormann gewonnen werden.

Ziel dieser denkmalpädagogischen Aktionstage ist es, die Gedanken und Werte der Denkmalpflege bereits für die  Jüngsten unter uns erlebbar zu machen und sie für ihre historische Umwelt, ihre Landschaft und Natur zu begeistern. Mit dem Einstieg in die kulturelle Bildung im Kindergartenalter soll eine erste positive Erinnerung geschaffen werden, die junge Menschen prägt, die sich für den Schutz und die Pflege ihres kulturellen Erbes engagieren werden. Jeder Aktionstag vor Ort  und am Denkmal bildet zu unterschiedlichen Themenbereichen von Archäologie, Kirchen und Schlösser bis hin zu landwirtschaftlichen Gebäuden, Gärten und Parks sowie Natur- und Landschaftspflege eine abgeschlossene Einheit. Neugier und Wissensdurst der Kindergartenkinder, die bereits kurz vor der Einschulung stehen, bilden dafür die auslösenden Momente.

Eine didaktisch ausgefeilte Führungsmethodik für  Kindergartenkinder lässt sie auf altersgerechtem Niveau erfahren, was ein Denkmal sein kann und welche Bedeutung es hat. Frühzeitig wird so auch ein Interesse an Heimatgeschichte und -verständnis geweckt, eine Voraussetzung, um kulturelles Erbe später zu pflegen.

Aus den Kindern werden so kreative und innovationsfreudige Menschen, die die historisch gewachsene Umwelt und Natur als ihre Kulturlandschaft und als Bereicherung ihres Lebens erkennen, sie schützen und bewahren.

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Visuelle Satire

Visuelle Satire Deutschland im Spiegel politisch-satirischer Karikaturen und Bildergeschichten

2015 war es 150 Jahre her, dass die wohl berühmteste Lausbubengeschichte der Weltliteratur, "Max & Moritz", zum ersten Mal im Buchhandel erhältlich war. Wilhelm Busch, der mit dieser Bildergeschichte seinen großen Durchbruch als Künstler erlebte, stammte aus Wiedensahl im heutigen Landkreis Schaumburg. Zu diesem Anlass widmete man dem bedeutenden Künstler im Schaumburger Land ein großes Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen. Teil dieses Jubiläumsjahres war die Fachtagung zur "Visuellen Satire. Deutschland im Spiegel politisch-satirischer Karikaturen und Bildergeschichten" im Stift Obernkirchen. Denn Wilhelm Busch gilt bis heute vielen Zeichnern als großes Vorbild für ihr eigenes Schaffen und 2015 jährte sich auch zum 25. Mal das Jahr der Deutschen Wiedervereinigung – da lag es nahe, Zeichner und Wissenschaftler aus den neuen und alten Bundesländern einzuladen, um über die politische Satire und Karikatur nach 1945 in den beiden deutschen Staaten und nach 1990 zu diskutieren. Wie lebten und arbeiteten die Zeichner in dieser zweiten deutschen Diktatur? Wo waren die Berührungspunkte mit den Kollegen im Westen Deutschlands? Gibt es einen ostdeutschen und einen westdeutschen Humor? Wie hat sich die Szene nach 1990 verändert? Und welche Debatten über das künstlerische Schaffen werden heute geführt? Wie begegnet man den Vorwürfen rund um "Charlie Hebdo"? Dieser Tagungsband versammelt noch einmal alle Beiträge rund um dieses breite Themenspektrum und liefert Impulse für weitere Diskussionen.

 

 

Erschienen im September 2016 als Band 22 der Reihe Kulturlandschaft Schaumburg, Dietrich Grünewald (Hg.) im Verlag Ch. A. Bachmann, Berlin
ISBN: 978-3-941030-88-6  I Hardcover I 180 Seiten I vierfarbig I zahlreiche Abbildungen l 29,90 Euro

Weitere Informationen finden Sie unter www.christian-bachmann.de

 

Das Schaumburger Land - Ein Reiseführer zu Kunst und Kultur

Das Schaumburger Land ist eine alte Kulturlandschaft, in der sich auf kleinem Raum viele Zeugnisse der Vergangenheit erhalten haben. Rittergüter, alte Gärten, öffentliche Gebäude und Zweckbauten aus allen Epochen, aber auch typische Bürger- und Bauernhäuser machen neugierig und werfen Fragen auf. Dieser Kulturreiseführer erklärt historische Zusammenhänge und lenkt den Blick auf architektonische Besonderheiten. Als kundiger Reisebegleiter führt er nicht nur zu den wichtigen Orten der Landesgeschichte, sondern weist auch stille Wege zu manch abseits gelegener Kostbarkeit. 

 Reiseführer

Der von Ute Brüdermann geschriebene Text des Reiseführers ist leicht lesbar, informativ und kompakt. Die zirka 300 Seiten umfassende Publikation erschien im März 2016 als Band 21 der Reihe "Kulturlandschaft Schaumburg" im Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld. ISBN 978-3-7395-1021-7 / ISSN 1439-8338,  Pb. 21 x 14 cm. 272 S. 250 farb. Abb. 19 €

Einführung Sigmund Graf Adelmann und Prof. Thomas Vogtherr

Pressestimmen:

Prof. Dr. Vogtherr: "Es handelt sich um ein ungewöhnlich gelungenes, lesenswertes, überdies nützliches und schönes Buch". (Schaumburger Zeitung, 23.03.2016)

Christoph Huppert: "Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Kunst- und Kulturführer ist das Beste, was zu diesem Thema erschienen ist. Das Buch sucht sowohl im Landkreis Hameln-Pyrmont wie auch in der Region Hannover seinesgleichen. (...) - Äußerst gelungen ist die ausgewogene Mischung von exzellentem Bild- und Skizzenmaterial mit historischen Fakten und allgemein-touristischen Informationen". (radio aktiv/Hameln, 29.03.2016)