Präservativ aus der Ackerkrume
Das Bild zeigt eine Hälfte der Kondomdose aus Rehburg.

Im September wurde der Kommunalarchäologie ein ungewöhnlicher Fund gemeldet, der bei einer nicht genehmigten Begehung mit der Metallsonde auf landwirtschaftlicher Nutzfläche, südlich des Bielohwegs, in der Stadt Rehburg-Loccum (Ldkr. Nienburg/Weser) gemacht wurde. Es handelt sich um Ober- und Unterteil einer etwa 40 mm durchmessenden Aluminiumdose. In der Mitte der Dose ist ein gleicharmiges Kreuz mit breiten Balken geprägt, das vermutlich für das grüne Kreuz steht. Ein geprägter Schriftzug liest: „Hygienischer Gummi gegen Infektion“ ergänzt um „Hevea extra“. Bei Hevea handelt es sich um die lateinische Bezeichnung für den Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), gemeint ist hier Latex, der Milchsaft des Baumes. Es handelt sich bei der Dose demnach um ein Aufbewahrungsbehältnis für ein Kondom. Auf der anderen Hälfte der Dose ist zudem noch die Jahreszahl (der Herstellung) 1955 geprägt und die bislang nicht näher bestimmbare Angabe „37-1“. Ein Herstellername ist leider nicht angegeben, vergleichbare Dosen fertigte in der Zeit die Firma Dublosan aus Berlin an.

F, FM: anonym; FV: Heimatmuseum Rehburg; Fundnummer: SL 2022/777-4 und 5

Die andere Hälfte mit Angabe der Jahreszahl 1955 mittig rechts.