Wilhelm-Busch-Preis 2024

Wilhelm-Busch-Preis 2024

Hilke Raddatz wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis 2024 für ihr Lebenswerk geehrt

Die Hamburger Illustratorin Hilke Raddatz wird mit dem diesjährigen Wilhelm Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung ausgezeichnet. Der Wilhelm-Busch-Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Wilhelm Busch gilt als Wegbereiter des modernen Comics. Jahrzehntelang lebte und arbeitete er in seinem Geburtsort Wiedensahl in Niedersachsen. Seine Zeichnungen und sein brillanter Sprachwitz sind bis heute beeindruckend. Der Wilhelm-Busch-Preis würdigt im deutschsprachigen Raum Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Arbeit der künstlerischen Qualität und der Tradition Wilhelm Buschs verbunden und verpflichtet fühlen. Hierbei sind nicht nur deren Fähigkeiten als satirische Erzähler gefragt, sondern vor allem auch eine ästhetisch-hochwertige Zeichenkunst. Bisherige Preisträger waren Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow (Loriot), Ernst Kahl, Franziska Becker, Hans Traxler, Ralf König und Isabel Kreitz. 2021 hat Mawil den Wilhelm-Busch-Preis erhalten.

Mit Hilke Raddatz ehrt die Jury in diesem Jahr die hoch angesehene und vielseitige Illustratorin. Die 1941 geborene Zeichnerin hat etliche Kinderbücher veröffentlicht. Vor allem bekannt geworden ist sie allerdings für ihre Illustrationen zur Rubrik „Briefe an die Leser“ des monatlich erscheinenden Satiremagazins „Titanic“. Hilke Raddatz bebildert diese Texte seit der Gründung des Magazins im Jahr 1979. Stets werden darin Prominente oder Personen des Zeitgeschehens adressiert. Raddatz hat für ihre Zeichnung einen unverwechselbaren Stil gefunden, der spöttisch, manchmal auch böse, aber nie herabwürdigend ist. Indes hat sie eine Galerie deutscher und internationaler Prominenz geschaffen, die mittlerweile mehr als 2.500 Zeichnungen umfasst.

Über einen so langen Zeitraum als Cartoonistin unterhaltsam, kritisch und zeitgemäß zu sein und eine dabei durchgehend eine große Qualität zu liefern, ist schon allein eine preiswürdige Leistung, befindet die Jury. Dabei steht die Cartoonistin in bester Tradition von Wilhelm Busch, dem es auch stets darum ging, seine Zeitgenossen zu karikieren, mit ihnen auch bisweilen hart umzuspringen, sie gleichzeitig aber liebevoll zu behandeln.

Hilke Raddatz hat auch als Kinderbuchautorin ihre Zeit sehr geprägt. Von ihr stammen Klassiker wie „Die Warner von Bockenheim“ oder „Helmut das Erdferkel“. Darin erzählte sie lehrreiche Geschichten für Kinder, ohne belehrend zu sein. Im Gegenteil gelang es ihr, aus einer kindlich-subversiven Perspektive auf die Welt der Erwachsenen zu blicken und Kindern gewissermaßen auf Augenhöhe zu begegnen. Damit ist Hilke Raddatz ein Vorbild für eine ganze Generation von Kinderbuch-Autorinnen und -Autoren.

Hilke Raddatz hat sich diesen kindlich-subversiven Blick bin ins Alter von 82 Jahren bewahrt. Dies ist eine Leistung, vor der man sich nur verneigen kann.


Bibliografie (Auswahl):

– Die Warner von Bockenheim. 6 Tage und ein Wochenende mit Pinki,
   Ingeborg u. Blacky. Beltz und Gelberg, Weinheim, Basel 1980.
– Helmut, das Erdferkel. Bildergeschichte in 6 Kapiteln. Sauerländer, Aarau, Frankfurt
   am Main, Salzburg 1980.
– Turnen mit Franz. Ein Bildermärchen für Katzen. Jugend und Volk, Wien 1982.
– Der vorletzte Panda. Eine chinesische Bildergeschichte. Sauerländer, Aarau / Frankfurt
   am Main, Salzburg 1983.
– Wenn der Wal … Eine Bildergeschichte. F. Schneider, München 1988.
– Die große Liebe von Bockenheim. Die 4. Geschichte. Semmel-Verlag, Kiel 1988.
– Die Punker von Bockenheim und sieben Träume mit Manfred. Semmel-Verlag,
   Kiel 1988.
– Der Erpresser von Bockenheim. Eine Bildergeschichte in 15 Kapiteln. Beltz und
   Gelberg, Weinheim 1989 (3. Aufl.).
– D[okto]r Knaake mit Dieter Mendelsohn. 1979 – 1982. Semmel-Verlag, Kiel 1990.
– (Illustrationen zu:) Beatrix Novy: Du darfst – aber was? Ein kleines Benimmbuch für
   unkorrekte Zeiten. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996.
– Briefe an die Leser, Titanic-Magazin, seit 1979

    Die Jury des Wilhelm-Busch-Preises:
    Prof. Dr. em. Dietrich Grünewald, Kunstdidaktiker, Universität Koblenz-Landau
    Dr. Eva-Jandl-Jörg, Direktorin, Museum Wilhelm Busch – Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover
    Martin Jurgeit, Comic-Fachjournalist, u. a. für „buchreport“ und „Der Tagesspiegel“
    Tillman Prüfer, stellv. Chefredakteur, ZEIT Magazin, Hamburg

     

    Hilke Raddatz (Foto: Thomas Hintner)
    Vignette: Königin Elisabeth II. (95!), (Hilke Raddatz, 2021)

    300 Jahre Graf Wilhelm

    300 Jahre Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe – Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

    Am 9. Januar 1724 wurde der wohl herausragendste Landesherr Schaumburg-Lippes, Graf Wilhelm, in London geboren. Um seine Grafschaft erwarb sich Graf Wilhelm große Verdienste. Geprägt von der Aufklärung, betrieb er Reformen im Schulwesen, im Handwerk und der Landwirtschaft. Graf Wilhelm holte „Männer von Genie“ wie Thomas Abbt oder Johann Gottfried Herder nach Bückeburg und pflegte mit Philosophen wie Voltaire und Moses Mendelssohn einen regen Gedankenaustausch. Graf Wilhelm gilt europaweit als bedeutender Truppenführer und Militärtheoretiker, der in der Verteidigung die einzig angemessene und moralisch vertretbare Form der Kriegsführung sah. 

    Der 300. Geburtstag von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe ist ein Anlass, um an die vielseitige Persönlichkeit und die Verdienste dieses Landesherrn zu erinnern. Die Schaumburger Landschaft hat dazu gemeinsam mit der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg am 9. Januar einen Festakt auf Schloss Bückeburg durchgeführt. Der Festakt markierte den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2024, die die Schaumburger Landschaft etwa in Kooperation mit der Stadt Bückeburg, dem Landkreis Schaumburg und dem Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V. durchführt. Zudem führt die Schaumburger Landschaft eigene Veranstaltungen durch und fördert Projekte weiterer Institutionen und Vereine, wie dem Infanterieregiment Graf Wilhelm, dem Verein Schloss Baum e.V. und dem Museum Bückeburg.

    Am 18. Februar führt der Verein Schloss Baum e.V. unter dem Titel „Der Graf lädt ein“ eine szenische dialoghafte Lesung mit theaterpädagogischen Elementen auf Schloss Baum durch. Darsteller, die über eine Expertise zum Leben und Wirken des Grafen verfügen, setzen sich in einem Interview intensiv aus unterschiedlichen Perspektiven mit Graf Wilhelm auseinander. Ein Moderator bzw. eine Moderatorin initiiert die direkte Interaktion mit dem Publikum. 

    Das Museum Bückeburg bereitet eine Sonderausstellung zum Thema Poesiealben und Stammbücher vor, die am 13. März eröffnet werden soll. Dabei geht es u.a. um ein Stammbuch, in das sich der junge Graf Wilhelm eingetragen hat und anhand dessen ein Blick in seine Kindheit geworfen werden kann. Die von der Schaumburger Landschaft geförderte Sonderausstellung wird bis zum Herbst zu sehen sein.

    Am 3./4. Mai wird die Jahrestagung der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen in Bückeburg stattfinden. Die Konferenz, zu der Historikerinnen und Historiker aus dem In- und Ausland eingeladen sind, trägt den Titel „Schaumburg-Lippe in Europa. Graf Wilhelm zwischen Aufklärung und Moderne“.

    Vom 8. bis 12. Mai hält das Infanterieregiment Graf Wilhelm sein jährliches Biwak im historischen Rahmen auf Schloss Baum ab. Am Samstag, dem 11. Mai, marschiert das Infanterieregiment mit den teilnehmenden Akteurinnen und Akteuren zu Fuß und per Pferden und Kutschen nach Bückeburg. Graf Wilhelm, der in dem Reenactment gerade aus Portugal zurückgekehrt ist, wird auf dem Marktplatz die Huldigung der Stadt Bückeburg entgegennehmen, die mit Bürgermeister und Rat, dem Bürgerbataillon und vielen anderen Akteurinnen und Akteuren der Stadt vertreten sein wird. Die Schaumburger Landschaft organisiert das historische Reenactment in Kooperation mit der Stadt Bückeburg.

    Am 16. Juni 2024 lädt der Verein Schloss Baum e.V. unter dem Motto „Die Gräfin lädt ein“ zu einer Veranstaltung ins Jagdschloss Baum ein, die die Gattin des Grafen Wilhelm, Marie Barbara Eleonore, in den Mittelpunkt rückt. In Form von zeitgenössischer Musik und in Rezitationen werden das Leben und Wirken der Gräfin beleuchtet.

    Vom 30. August bis 1. September wird eine Abordnung des Infanterieregiments Graf Wilhelm durch das Schaumburger Land reisen. Graf Wilhelm wird mit einer Entourage von ihm initiierte Reformprojekte in den Blick nehmen. Stationen werden dabei u.a. eine Schule (Förderung von Bildung) und das Finanzamt (Reform der Staatsfinanzen) in Stadthagen, die Stadt Rinteln und die Gemeinde Mittelbrink sein, in der Graf Wilhelm 1768 den Grundstein für eine Kolonisten-Siedlung gelegt hat. Die Schaumburger Landschaft organisiert das historische Reenactment in Kooperation mit dem Landkreis Schaumburg.

    Am 3. Oktober soll das Infanterieregiment Graf Wilhelm auf der historischen Fahrroute von Hagenburg zur Insel Wilhelmstein übersetzen. Hier wird der Graf-Wilhelm-Kenner Henning Dormann einen Vortrag über die internationalen Beziehungen des Grafen Wilhelm halten. In einem historischen Reenactment wird Graf Wilhelm „seine“ Insel in Augenschein nehmen. Anschließend macht er Station in Steinhude, um sich über die heutige Situation des Ortes kundig zu machen. Die Schaumburger Landschaft organisiert die Veranstaltung in Kooperation mit dem Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V. (SLT).

    Den Abschluss des Jubiläumsjahrs wird eine Vortragsveranstaltung am Hochzeitstag von Graf Wilhelm und Gräfin Barbara Marie Eleonore am 12. November in der St. Martini-Kirche Stadthagen bilden. Die Historikerin und Herder-Preis-Stipendiatin Vera Gretges wird einen Fachvortrag über das bislang weithin unerforschte Leben und Wirken von Gräfin Marie Barbara Eleonore zu Schaumburg-Lippe (geb. von Lippe-Biesterfeld) halten.

    Festakt 300. Geburtstag Graf Wilhelm

    Festakt anlässlich des 300. Geburtstags von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe

    Am 9. Januar 1724 wurde der wohl herausragendste Landesherr Schaumburg-Lippes, Graf Wilhelm, in London geboren. Exakt 300 Jahre später, am 9. Januar 2024, richtete die Schaumburger Landschaft gemeinsam mit der Fürstlichen Hofkammer zu seinen Ehren einen Festakt auf Schloss Bückeburg aus. 

    Um seine Grafschaft erwarb sich Graf Wilhelm große Verdienste. Geprägt von der Aufklärung, betrieb er Reformen im Schulwesen, im Handwerk und der Landwirtschaft. Graf Wilhelm holte „Männer von Genie“ wie Thomas Abbt oder Johann Gottfried Herder nach Bückeburg und pflegte mit Philosophen wie Voltaire und Moses Mendelssohn einen regen Gedankenaustausch. Graf Wilhelm gilt europaweit als bedeutender Truppenführer und Militärtheoretiker, der in der Verteidigung die einzig angemessene und moralisch vertretbare Form der Kriegsführung sah. 

    Der Präsident der Schaumburger Landschaft, Sigmund Graf Adelmann, betonte in seiner Begrüßung die facettenreiche Persönlichkeit des Grafen Wilhelm, dessen Vorstellungen weit über den aufgeklärten Absolutismus hinaus gingen. Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe charakterisierte Graf Wilhelm als bedeutendsten Landesherrscher mit weitreichenden Visionen. Der Chef der Staatskanzlei, Dr. Jörg Mielke, betonte die Aktualität von Graf Wilhelm in unserer heutigen Zeit, in der sich Selbstverständlichkeiten auflösen und die Frage der Verteidigung wieder relevant ist. Der stellvertretende Landrat des Landkreises Schaumburg und Mitglied des Niedersächsischen Landtags, Jan-Philipp Beck, konstatierte, dass Graf Wilhelm noch heute äußerst prägend für die Schaumburger Identität ist. 

    Den Festvortrag mit dem Titel „Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe als Idealfürst des 18. Jahrhunderts“ hielt der Leiter der Abteilung Bückeburg des Niedersächsischen Landesarchivs, Dr. Stefan Brüdermann. Der ausgewiesene Graf-Wilhelm-Experte präsentierte zahlreiche neue Befunde zur Kindheit und Jugend von Graf Wilhelm, der sich durchaus als Brite definierte. Dr. Brüdermann reflektierte die Reformpolitik des Grafen ebenso wie dessen praktische und theoretische Leistungen im Militärwesen. Selbst erfahrener und erfolgreicher Kriegsherr, war Graf Wilhelm zutiefst von der „Grausamkeit des Krieges“ überzeugt. Graf Wilhelm, in Deutschland wie in Europa bekannt, personifizierte zudem – das zeigte der Vortrag von Dr. Brüdermann eindrücklich – die Veränderungen von Landesherrschaft im 18. Jahrhundert. Einerseits pflegte er als geschickter und todesmutiger Kommandeur ein kameradschaftliches Verhältnis zu seinen Soldaten, andererseits war er ein geistig vielseitig gebildeter Landesherr, der um das Wohlergehen seiner Untertanen bemüht war. So entsprach er als gefühlvoller Herrscher dem Ideal der Empfindsamkeit.

    Musikalisch begleitet wurde der Abend von Nico Benadie. Der Pianist präsentierte Stücke des italienischen Komponisten Giovanni Battista Serini, den Graf Wilhelm im Jahr 1750 als Hofkapellmeister nach Bückeburg holte. Bereits mit 18 Jahren kam Johann Christoph Friedrich Bach, der dritte Sohn von Johann Sebastian Bach, nach Bückeburg. 1756 wurde er in der Nachfolge Serinis Hofkapellmeister in Bückeburg. Sein Allegro maestoso aus der Sonate F-Dur rundete den Festakt ab, der zugleich Auftakt für das Graf-Wilhelm-Jubiläumsjahr 2024 mit zahlreichen Veranstaltungen ist.

     

    Platt is cool – Malwettbewerb

    Platt is cool – Malwettbewerb „Lieselotte luert“

    Niedersachsenweiter Malwettbewerb

    Arbeitsgruppe „Platt is cool“ verlost 40 Mal „Lieselotte lauert“ auf Plattdeutsch und auf Saterfriesisch

    Die Arbeitsgruppe „Platt is cool“ ruft Kinder in ganz Niedersachsen zu einem Malwettbewerb auf. Zu gewinnen gibt es jeweils zehn vom Autor Alexander Steffensmeier signierte Minibücher „Lieselotte luurt“ / „Lieselotte luert“ („Lieselotte lauert“) aus der beliebten Reihe mit der Kuh Lieselotte in den Sprachvarianten Nordniedersächsisch, Ostfälisches Platt, Ostfriesisches Platt sowie in der Minderheitensprache Saterfriesisch. Zusätzlich stellt der Verlag Fischer Sauerländer eine Lieselotte aus Plüsch als Gewinn zur Verfügung.

    Für den Malwettbewerb hat der Autor und Illustrator Alexander Steffensmeier eine Malvorlage zur Verfügung gestellt, auf der die Kuh Lieselotte den Postboten von ihrem Hof jagt. Die Szene ist gleichzeitig das Leitmotiv aus dem Buch „Lieselotte luurt“, dem ersten Band der Lieselotte-Reihe. „Kinder können die Vorlage ausmalen, kreativ ausgestalten oder ganz eigene Bilder zu Lieselotte malen. Beim Wettbewerb sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt“, erklärt Grietje Kammler, Sprecherin der Arbeitsgruppe „Platt is cool“ von der Ostfriesischen Landschaft.

    Im letzten Jahr hat die Arbeitsgruppe „Platt is cool“ der Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen sowie den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums das Kinderbuch „Lieselotte lauert“ in die drei plattdeutschen Sprachvarianten und ins Saterfriesische übersetzt. Die plattdeutschen Minibücher wurden in Kooperation mit dem Fischer Sauerländer-Verlag und Alexander Steffensmeier herausgegeben und an Schulen sowie Kindergärten in Niedersachsen verteilt. „Ich finde es toll, dass meine Lieselotte ins Plattdeutsche und Saterfriesische übersetzt worden ist und das Kinderbuch damit einen Beitrag zur Förderung der regionalen Sprachen in Niedersachsen leistet“, betont Alexander Steffensmeier.

    Wettbewerbsbeiträge nimmt das Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft direkt entgegen oder per Post an Ostfriesische Landschaft, Plattdüütskbüro, Georgswall 1-5, 26603 Aurich. Einsendeschluss ist der 4. Juli 2025. Die Malvorlage steht beim Plattdüütskbüro unter platt.ostfriesischelandschaft.de im Bereich „Neues“ zum Herunterladen bereit.

    Downloadlink zur Malvorlage:
    https://platt.ostfriesischelandschaft.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/05/ausmalvorlage-lieselotte.pdf

     

    Der Autor und Illustrator Alexander Steffensmeier signiert plattdeutsche Exemplare seines Kinderbuches „Lieselotte luurt“.

    Holz macht Schule

    Holz macht Schule. Baukultur in Norddeutschland

    In der Trägerschaft des Landkreises Schaumburg ist 2021 die größte Schule Norddeutschlands in Holzbauweise entstanden – die Hildburgschule/IGS Rinteln. Dabei wurde der Entwurf des Wettbewerbssiegers, der Architekten Bez + Kock aus Stuttgart, realisiert. Das Gebäude zieht seitdem die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit auf sich. Es wurde mit dem 1. Preis des Niedersächsischen Holzbaupreises 2022 ausgezeichnet und für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2023 sowie für den BDA Preis Niedersachsen und den Deutschen Architekturpreis 2023 nominiert. 

    Der Schulbau ist ein hervorragendes Beispiel, um die Themen nachhaltige Baukultur und -qualität sowie modernes Bauen mit Holz in Norddeutschland in einer breiteren Öffentlichkeit zu erörtern. Aus diesem Grund hatte die Schaumburger Landschaft im Juni 2022 in Kooperation mit dem Landkreis Schaumburg und der Architektenkammer Niedersachsen den Fachtag „Holz statt Beton?! Holz macht Schule – Baukultur in Norddeutschland“ in der Hildburgschule/IGS Rinteln durchgeführt. 

    Die Publikation „Holz macht Schule. Baukultur in Norddeutschland“ dokumentiert den breit wahrgenommenen Fachtag. Neben einer Einführung von Priv.-Doz. Dr. Lu Seegers (Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft) und Fritz Klebe (Baudezernent des Landkreises Schaumburg) enthält die Publikation Beiträge der auf der Fachtagung präsenten Holzbau-Experten. Der Architekturpublizist Prof. Dr. Alexander Gutzmer − er hatte den Fachtag moderiert − reflektiert in seinem Beitrag den symbolischen und emotionalen Gehalt und die spezifische Materialität von Holz als Baustoff im Zeichen der fortschreitenden Klimakrise.

    Der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, Robert Marlow, macht in seinem Beitrag darauf aufmerksam, dass 40 Prozent des deutschlandweiten CO₂-Ausstoßes mit Gebäuden zusammenhängen. Hinzu kommen gigantische Mengen an Baumüll. Er plädiert deshalb anhand konkreter Beispiele dafür, verstärkt mit Holz in neuen Wohnquartieren und im Bestand zu bauen – im Sinne eines zukunftsbewussten Wertewandels, der in sämtliche Planungsschritte Eingang finden müsse.

    Prof. Tom Kaden, der den ersten siebengeschossigen Holzbau im Zentrum einer europäischen Hauptstadt – in Berlin – geplant hat, betont in seinem Text, wie wichtig es ist, Holz als nach-wachsenden Rohstoff auf kluge Weise in Primarkonstruktionen von Wohn- und Gewerbebauten zu integrieren, um den Anteil der grauen Energie deutlich zu senken.

    Thorsten Kock und Fritz Klebe berichten in ihrem Beitrag „HolzBauKultur“ beispielhaft über drei durch das Architekturbüro bez + kock realisierte, ausgezeichnete Bauten. Sie gehen darin zudem auf zugrunde liegende konzeptionelle Gedanken im Planungsprozess und eine Bürophilosophie ein, die zum Wettbewerbsentwurf und der anschließenden Realisierung des Neubaus der IGS Rinteln führte.

    Fritz Klebe stellt in seinem Beitrag die verschiedenen Etappen der Entstehung des Holzneubaus der IGS Rinteln aus der Perspektive des Bauherrn, des Landkreises Schaumburg, vor – vom Kreistagsbeschluss bis zur Ausführung. Sein Text macht deutlich, wie wichtig und nutzbringend es ist, Architekturwettbewerbe auch im kommunalen Bereich durchzuführen.

    Das Buch enthält zudem eine ausführliche fotografische Baudokumentation der IGS Rinteln sowie zahlreiche Bilder des Fachtags in dem Gebäude. Als Fotograf konnte Franz Bischof gewonnen werden, der durch seine Corporate-, Industrie- und Landschaftsfotografien, Reportagen und Porträts über Deutschland hinaus bekannt ist.

    Der Druck der Publikation wurde dankenswerterweise vom Landkreis Schaumburg und vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung unterstützt.