Wilhelm-Busch-Preisträger 2026

Wilhelm-Busch-Preis 2026

Wenig Zeichnung, viel Humor!
Der Comiczeichner Nicolas Mahler erhält den Wilhelm-Busch-Preis 2026

Der Wiener Comiczeichner und Illustrator Nicolas Mahler wird mit dem diesjährigen Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Zeichenkunst und Versdichtung ausgezeichnet. Der Wilhelm-Busch-Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den Schaumburger Nachrichten verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Wilhelm Busch gilt als Wegbereiter des modernen Comics. Jahrzehntelang lebte und arbeitete er in seinem Geburtsort Wiedensahl in Niedersachsen. Seine Zeichnungen und sein brillanter Sprachwitz sind bis heute beeindruckend. Der Wilhelm-Busch-Preis würdigt im deutschsprachigen Raum Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Arbeit der künstlerischen Qualität und der Tradition Wilhelm Buschs verbunden und verpflichtet fühlen. Dabei sind nicht nur deren Fähigkeiten als satirische Erzähler gefragt, sondern vor allem auch eine ästhetisch-hochwertige Zeichenkunst. Bisherige Preisträger waren Robert Gernhardt, F.W. Bernstein, Vicco von Bülow (Loriot), Ernst Kahl, Franziska Becker, Hans Traxler, Ralf König, Isabel Kreitz und Mawil. 2024 hat Hilke Raddatz den Wilhelm-Busch-Preis erhalten.

Mit Nicolas Mahler zeichnet die Jury des Wilhelm-Busch-Preises einen international bekannten und höchst erfolgreichen Künstler aus.

Nachdem er bei der kunstakademischen Aufnahmeprüfung an der zeichnerischen Wiedergabe eines Wasserglases mit Löffel gescheitert war, begann Nicolas Mahler, der 1969 in Wien geboren wurde, seine Zeichenkarriere. Zu Beginn, Ende der 1980er Jahre, zeichnete er Comicstrips für Zeitschriften und Zeitungen. Die auftragsschwachen 1990er Jahre überwand er durch Arbeiten als Illustrator für Wirtschaftsmagazine und Schul- und Kinderbücher. Mit dem „KABINETT für Wort und Bild“ schuf Nicolas Mahler 2003 gemeinsam mit den Zeichnern Rudi Klein und Heinz Wolf im Wiener Museumsquartier einen öffentlichen Platz für Comic und Artverwandtes. Seit 2006 firmiert dieser Ort als KABINETT Comic Passage. Mahlers Bekanntheit steigerte sich ab den späten 1990er Jahren, als er seine Werke auch im Ausland veröffentlichte. Besonders erfolgreich war das 2005 erschienene und 2008 ins Französische übersetzte Buch „L’art sans madame goldgruber – saillies“, eine persönliche Geschichte über seine Finanzbeamtin. Es markierte den Start einer steten Karriere. Werke von Nicolas Mahler wurden insgesamt bereits in 14 Sprachen übersetzt.

Nicolas Mahlers Humor ist zeitlos. Er besticht durch absurden Witz und skurrile Figuren und wirkt länderübergreifend. Begeisterte Anhänger finden sich weltweit, in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien oder Nordamerika. Seit Ende der 1990er Jahre erscheinen Mahler-Strips in Zeitungen und Zeitschriften. In den mittlerweile über 60 Publikationen lässt er seine typischen Figuren auftreten, egal ob als „Flaschko, der Mann mit der Heizdecke“ (2002) oder „Akira Kurosawa und der meditierende Frosch“ (2023). Seine abgründigen Geschichten zwischen Autofiktion und reiner Erfindung erfreuen sich einer großen Leserschaft.

2011 begann Mahler als erster Comiczeichner auch für den deutschen Suhrkamp-Verlag zu arbeiten. Andreas Platthaus, Feuilleton-Redakteur der FAZ und Comicexperte, war Herausgeber der Comicreihe, und so entstanden die später weithin bekannten Literatur-Adaptionen. Klassiker der Weltliteratur von James Joyce bis Franz Kafka wurden adaptiert und mit dem Geist der Ironie angereichert. Mahler selbst spricht von „Verwurstung“ des literarischen Materials und betont, dass diese Werke keine Parodie seien. Er nimmt die literarischen Stoffe und verleiht ihnen Spannungsmomente, die auf neue Pointen zulaufen. Die Vorarbeit für derlei Literatur-Adaptionen ist umfassend, denn der Comiczeichner und akribische Forscher recherchiert und liest ein Jahr lang, bevor er mit dem Zeichnen beginnt.

„Ich denke weitaus mehr nach, als ich zeichne, das war auch eigentlich immer mein Ziel“, sagt Nicolas Mahler im Interview mit dem Suhrkamp-Verlag. Deshalb gelingt es ihm, mit wenig Zeichnung viel Inhalt rüberzubringen. Sein Strich ist minimalistisch und die Physiognomie seine Figuren knapp umrissen, die Inhalte sind raffiniert und haben delikaten Witz. Die für Wien typische Melancholie prägt auch das Werk des Preisträgers. Seine Figuren scheinen fast metaphysisch verloren in der Welt zu stehen und dort stehen sie, gemäß dem Motto: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Die Jury des Wilhelm-Busch-Preises 2026 zeichnet mit Nicolas Mahler einen Künstler aus, der nicht nur großartige Comics liefert, sondern auch den harten Weg eines Genres gegangen ist und zu dessen öffentlicher Aufwertung beigetragen hat. Seit Jahren hält die neunte Kunst ganz verdient Einzug in die Feuilletons, Museen, Literaturhäuser und Bibliotheken der Welt. Mit Nicolas Mahler wird ein Comiczeichner geehrt, der mit seinem reduzierten Zeichenstil, seinem tiefschwarzen trockenen Humor und mit uneitlem Witz den Lauf der Welt begleitet. Dass er als erster österreichischer Wilhelm-Busch-Preisträger aus dem Kernland der Ironie kommt, ist auch eine Aufwertung des Preises selbst.

Mahlers Comics und Cartoons erschienen in Zeitungen und Magazinen wie Die Zeit, NZZ am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und in der Titanic. Der Künstler erhielt für sein umfassendes Werk mehrere Auszeichnungen, so u.a. 2010 den Max und Moritz-Preis als »Bester deutschsprachiger Comic-Künstler«, 2015 den Preis der Literaturhäuser und 2019 den Sondermann-Preis. Seit 2024 ist Mahler künstlerischer Leiter der Schule für Dichtung in Wien, wo er auch lebt und arbeitet.

 

Bibliografie (Auswahl)

Cartoon-Sammlungen

  • Das Unbehagen. Humor-Zeichnungen. Edition Moderne, Zürich 2005
  • Die Herrenwitz-Variationen. Edition Moderne, Zürich 2008
  • Was fehlt uns denn? Edition Moderne, Zürich 2011
  • Mein Therapeut ist ein Psycho. Edition Moderne, Zürich 2013
  • Die Smalltalkhölle. Edition Moderne, Zürich 2014
  • Der Urknall. Edition Moderne, Zürich 2015
  • In Zukunft werden wir alle alt aussehen. Edition Moderne, Zürich 2017
  • Wir müssen reden. Edition Moderne, Zürich 2019

Comics

  • TNT: Eine Boxerstory
  • Lone racer. 1999 (Franz. Erstausgabe L’Association; engl. bei Top Shelf 2006; dt. bei Reprodukt 2012)
  • Lame ryder. 2001
  • Das Raupenbuch. Edition 52, 2002, 20 S.
  • Kratochvil. Edition Selene, Wien 2004
  • Die Zumutungen der Moderne. Reprodukt, Berlin 2007
  • Van Helsing macht blau. 2008 (deutsche Fassung von Van Helsing’s Night Off)
  • Längen und Kürzen. Luftschacht, Wien 2009
  • SPAM. Reprodukt, Berlin 2009
  • Engelmann: Der gefallene Engel. Carlsen Verlag, Hamburg 2010
  • Pornografie und Selbstmord. Reprodukt, Berlin 2010
  • Franz Kafkas nonstop Lachmaschine. Reprodukt, Berlin 2014
  • Partyspaß mit Kant. Suhrkamp, Berlin 2015
  • Das kleine Einschlafbuch für Große. Suhrkamp, Berlin 2016
  • Die Goldgruber-Chroniken. Reprodukt, Berlin 2017
  • Das Ritual. Reprodukt, Berlin 2018
  • Der Fremde. Carlsen, Hamburg 2018
  • Das kleine Überlebens-ABC. Suhrkamp, Berlin 2018
  • Thomas Bernhard. Die unkorrekte Biografie. Suhrkamp, Berlin 2021
  • Schwarze Spiegel. Suhrkamp, Berlin 2021
  • Nachtgestalten (zusammen mit Jaroslav Rudiš). Luchterhand, München 2021
  • Akira Kurosawa und der meditierende Frosch. Reprodukt, Berlin 2023
  • Kafka für Boshafte, Insel Verlag, Berlin 2023
  • Komplett Kafka, Suhrkamp, Berlin 2023

Flaschko

  • Flaschko, der Mann in der Heizdecke. Dämon Damenlikör. 2002
  • Flaschko, der Mann in der Heizdecke. Die Staublunge. 2007
  • Flaschko, der Mann in der Heizdecke. Die Müllsekte. 2009

Illustrationen

  • Die kleine Unbildung. Liessmann für Analphabeten (mit Konrad Paul Liessmann). Zsolnay, Wien 2018
  • Romy Schneider: Alle Filme, gezeichnet von Mahler, BTB, Berlin 2022

Literatur-Adaptionen

  • Alte Meister. Komödie von Thomas Bernhard, Andreas Platthaus (Hrsg.): Suhrkamp, Berlin 2011
  • Der Mann ohne Eigenschaften. Graphic Novel nach Robert Musil. Suhrkamp, Berlin 2013
  • Alice in Sussex. Suhrkamp 2013
  • Lulu und das schwarze Quadrat. Suhrkamp, Berlin 2014
  • Comic-Adaption nach Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Suhrkamp, Berlin 2017
  • Ulysses. Suhrkamp, Berlin 2020
  • Nicolas Mahler, James Joyce: Finnegans Wake (Reihe mini kuš! Nr. 92). Grafiskie stāsti, Riga 2020

Lyrik (mit Illustrationen)

  • Gedichte. Mit einem Nachwort von Raimund Fellinger (= Insel-Bücherei. 1385). Insel Verlag, Berlin 2013
  • Dachbodenfund. Gedichte. Luftschacht Verlag, Wien 2015
  • In der Isolierzelle. Gedichte. Luftschacht Verlag, Wien 2017
  • Solar Plexy. Gedichte. Luftschacht Verlag, Wien 2018

 

Die Jury des Wilhelm-Busch-Preises:
Dr. Eva-Jandl Jörg, Direktorin, Museum Wilhelm Busch – Dt. Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover
Martin Jurgeit, Comic-Fachjournalist, u. a. für „buchreport“ und „Der Tagesspiegel“
Tillman Prüfer, stellv. Chefredakteur, ZEIT Magazin, Hamburg
Martin Sonntag, Direktor, Caricatura Museum, Frankfurt

 

Nicolas Mahler (Fotograf: Nils Kahlefendt)
Selbstporträt Nicolas Mahler (Nicolas Mahler)

Kulturpreis 2026

Kulturpreis 2026

Kulturpreis des Landkreises Schaumburg 2026 wird passend zur LAGA zum Thema „Landschaft“ vergeben

Seit 1998 vergibt der Landkreis Schaumburg in Zusammenarbeit mit der Schaumburger Landschaft in lockerer Folge einen Kulturpreis, um Kunst und Kultur in der Region zu fördern. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Stiftung Sparkasse Schaumburg unterstützt. 2026 wird der Kulturpreis zum Wirken für und in der Landschaft im Sinne der Heimatpflege vergeben.

Die Erste Kreisrätin des Landkreises Schaumburg, Andrea Stüdemann, und die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, Dr. Lu Seegers, freuen sich, dass der Kulturpreis im Zeichen der Landesgartenschau in Bad Nenndorf zu dem wichtigen Themenfeld der „Landschaft“ vergeben werden kann. „Landschaft“ prägt die Menschen im Schaumburger Land und zugleich prägen wir tagtäglich die uns umgebende „Landschaft“.

Der Kulturpreis „Landschaft“ wird als Anerkennung für Verdienste um die Erhaltung und Gestaltung von Landschaft im Schaumburger Land vergeben. Ausgezeichnet wird die persönliche Initiative zur Erhaltung und Gestaltung von Landschaft im Sinne der Heimatpflege, in der sowohl die Schönheit der Natur als auch das vielfältige Wirken von Menschen für Flora und Fauna sichtbar wird. Die Initiative kann vor allem im vermittelnden oder pädagogischen Bereich liegen, sie kann ein modernes Planungs- oder Nutzungskonzept für Garten oder Freiraum sein (aus den letzten drei Jahren), das auch Fragen des Klimawandels berücksichtigt. Ferner kann sie die Erfassung von Kul-turlandschaftselementen betreffen. Ausgezeichnet werden soll diejenige Initiative, die am überzeugendsten auf das vielfältige Zusammenwirken von Natur und Mensch in der Landschaft eingeht.

Dazu konnte eine hochkarätige Jury gewonnen werden, der die Landschaftsplanerin und Ökologin Prof. Dr. rer. hort. Christina von Haaren (Leibniz Universität Hannover), der Biologiedidaktiker Prof. Dr. Jorge Groß (Leibniz Universität Hannover), der Nachhaltigkeitswissenschaftler Simon Hein (Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung), der Diplombiologe Dr. Ansgar Hoppe (Naturpark Solling-Vogler) und der Diplom-Agraringenieur Florian Friedrich (Niedersächsischer Heimatbund) angehören.

Bewerben können sich noch bis zum 1. März 2026 private Eigentümerinnen und Eigentümer, Einzelpersonen, Initiativgruppen oder Vereine. Bewerberinnen und Bewerber haben zum Zeitpunkt der Bewerbung entweder ihren Hauptwohnsitz oder Vereinssitz im Landkreis Schaumburg oder sind durch Geburt, Leben oder kulturelles Wirken mit dem Landkreis Schaumburg verbunden. Einzureichen sind ein Konzept mit Textteil (maximal 10.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) und Fotografien in Form einer PDF-Datei sowie eine Beschreibung der jeweiligen Institution bzw. Vita der Be-werbenden.

Der Landkreis, die Schaumburger Landschaft und die Jury hoffen in Anbetracht der Offenheit der Ausschreibung auf viele interessante Bewerbungen für den Kulturpreis „Landschaft“. Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2026 im Rahmen der LAGA26 in der Wandelhalle Bad Nenndorf statt.

Bewerbungen nimmt die Geschäftsstelle der Schaumburger Landschaft, Schlossplatz 5, 31675 Bückeburg, Tel.: 05722 9566-0 entgegen und steht für Fragen zur Verfügung.
E-Mail: info@schaumburgerlandschaft.de; www.schaumburgerlandschaft.de

 

Foto: Die Erste Kreisrätin des Landkreises Schaumburg, Andrea Stüdemann, und die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, Dr. Lu Seegers, vor der Süntelbuche am Kreishaus in Stadthagen.

 

polaroit

Live-Session des Musikprojekts pølaroit im Schloss Bückeburg

Das international bekannte elektronische Musikprojekt pølaroit der Schaumburger Jonas Gewald und Marius Lesemann realisierte gemeinsam mit dem klassisch-inspirierenden Canea Quartett (Hamburg) eine Live-Session im Festsaal des Schlosses Bückeburg. Dabei treffen klassische und elektronische Musik aufeinander und verschmelzen zu einem einzigartigen Klangerlebnis: „A cinematic blend of electronic melanchony and organic strings. Somewhere between ambient textures, melodic techno and minimalism“.
Die Schaumburger Landschaft förderte das Projekt.

 

Setlist:
00:00 pølaroit & Abbott x Canea Quartett – Where The Waves Fade
03:48 pølaroit x Canea Quartett – A Thread
06:58 pølaroit x Canea Quartett – Shard
10:45 pølaroit x Canea Quartett – Salt
16:43 pølaroit & Abbott x Canea Quartett – Clouds
18:59 pølaroit & Abbott x Canea Quartett – To Drift : To Say

Fredag is Plattdag

Fredag is Plattdag

Ministerpräsident Lies übernimmt Schirmherrschaft – Vorstellung des Minibüchleins „De Geburtstagsfier for Lieselotte“

Plattdeutsch ist die größte Regionalsprache Niedersachsens und ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. Mit dem Aktionstag „Fredag is Plattdag“ setzt die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ seit Jahren ein Zeichen für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache.

Jeden Freitag im September sollen möglichst viele Menschen – ob Anfänger oder geübte Sprecher – Plattdeutsch oder Saterfriesisch sprechen. „Mit dem Aktionstag wollen wir die plattdeutsche Sprache, die so vielfältig wie humorvoll ist, sichtbarer machen“, sagt Dr. Lu Seegers, Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft.

Im Rathaussaal in Jever fand die feierliche Übernahme der Schirmherrschaft von „Fredag is Plattdag“ durch Ministerpräsident Olaf Lies statt. Bürgermeister Jan Edo Albers begrüßte den Ministerpräsidenten, der sich auch ins Goldene Buch der Stadt eintrug. In diesem Jahr bildet das Motto „Freundschaft“ den Schwerpunkt. „Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft von ,Freedag is Plattdag‘ übernommen. Bei mir daheim in Sande wird nur ostfriesisches Plattdeutsch gesprochen, wenn unsere Freunde zu Besuch kommen. Ich muss gestehen, dass ich Platt besser verstehen als sprechen kann. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich heute in Jever viele Schülerinnen und Schüler getroffen haben, die Spaß an Plattdeutsch haben. Eine tolle Aktion, die ich sehr gerne unterstütze: Leve Frünnen, sprekt op Freedag platt, denn platt is cool. Dat lööpt!“, so Lies.
Im Anschluss daran, wandten sich Vertreter der Projektpartner von „Platt is cool“ an die Anwesenden: Matthias Huber, Vizepräsident der Oldenburgischen Landschaft, hielt seine Rede auf Plattdeutsch. Er vertrat die Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft der Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen (ALLviN). Evelyn de Vries sprach schließlich im Namen der regionalen Landesämter für Schule und Bildung.

Für 2025 sind zahlreiche Aktionen geplant: Neben Plakaten, Postkarten und Unterrichtsmaterialien wird auch ein Minibüchlein aus der beliebten Reihe „Lieselotte“ in plattdeutscher Sprache erscheinen. „De Geburtstagsfier for Lieselotte“ beschreibt in wunderbaren Illustrationen und im ostfälischen Platt diesen besonderen Tag für die beliebte Kuh „Lieselotte“. Das Büchlein ist in der Geschäftsstelle der Schaumburger Landschaft erhältlich.

Die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ ist ein Zusammenschluss der Landschaften, Landschaftsverbände und Regionalen Landesämter für Schule und Bildung in Niedersachsen. Sie setzt sich seit 2009 für den Erhalt und die Förderung der plattdeutschen und saterfriesischen Sprache ein. Unterstützt vom Niedersächsischen Kultusministerium realisiert die Arbeitsgruppe Projekte wie Unterrichtsmaterialien, Imagekampagnen und den Bandcontest „Plattsounds“.

 

Sinfonieorchester 2025

Sinfonieorchester der Schaumburger Landschaft

Das Sinfonieorchester der Schaumburger Landschaft freut sich auf sein Jahreskonzert mit faszinierendem Programm

Mit zwei Konzerten in Stadthagen und Aerzen wird das Sinfonieorchester der Schaumburger Landschaft wieder das Publikum begeistern. In diesem Jahr stehen die Ouvertüre zu „Die Zauberharfe“ von Franz Schubert, das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 von Camille Saint-Saëns sowie die 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák auf dem Programm. Als Solist konnte der deutschlandweit bekannte Cellist Max Gundermann gewonnen werden.

Das Sinfonieorchester der Schaumburger Landschaft spielt am Samstag, 11. Oktober, um 19:00 Uhr in der St. Martini-Kirche in Stadthagen und am Sonntag, 12. Oktober, um 17:00 Uhr in der Marienkirche in Aerzen. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um eine Spende gebeten, damit die äußerst erfolgreiche Arbeit des Orchesters auch zukünftig fortgesetzt werden kann.

Gegründet wurde das Orchester 1994 von Katharina Kunzendorf. Ihr ist es zu verdanken, dass sich immer wieder Musiker unterschiedlicher Generationen zu einem harmonischen Klangkörper vereinen. Großer Dank gebührt auch dem Dirigenten Siegfried Westphal, der auf mehr als 25 erfolgreiche Jahre mit dem Sinfonieorchester zurückblicken kann. Seine feinfühlige Art des Umgangs mit den Musikerinnen und Musikern und sein nuanciertes Dirigat haben zu einer stetigen Verbesserung des Orchesters geführt. Dank seiner Beharrlichkeit kann das Sinfonieorchester auf eine kontinuierlich im Niveau steigende Entwicklung stolz sein.

Die Schaumburger Landschaft ist der einzige Landschaftsverband in Niedersachsen, der ein eigenes Sinfonieorchester unterhält. Die Schaumburgerinnen und Schaumburger sind zurecht stolz auf „ihr“ Orchester. Am 11. und 12. Oktober darf sich das Publikum auf ein Konzert freuen, das in wahrhaft „neue Welten“ entführt. So hat der us-amerikanische Astronaut Neil Armstrong bei der Apollo-11-Mission 1969 eine Aufnahme der Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ mit auf den Mond genommen.

Foto (Schaumburger Landschaft): Dr. Lu Seegers (re.), Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, und Dr. Beate Herbig (li.), Orchestermitglied und Organisatorin, laden zum Jahreskonzert des Sinfonieorchesters mit Werken von Schubert, Saint-Saëns und Dvořák ein.