Vorrömische Eisenzeit

Siedlung Leese (2010)

Beim Neubau eines Kreisverkehrs südlich von Leese traten in einer Grabung auf einer großräumigen Fundstelle Überreste einer Siedlung der vorrömischen Eisenzeit auf (T. Gärtner). Mehrere Vorratsgruben legen diese Deutung nahe, Gebäude ließen sich jedoch nicht rekonstruieren. Teile der Flächen waren durch den Spargelanbau tiefgründig gestört.

Eisenzeitliche Grube in Leese

 

Siedlung Lauenau (2011)

Durch Sondagen und eine kleine Flächengrabung war ein eisenzeitlicher Siedlungsausschnitt mit Gruben, einem Ofen und Keramik im Vorfeld der Bauarbeiten zu einem Lager in Lauenau dokumentiert worden (J. Schween).

Ofen und Funde der Eisenzeit bei Lauenau

 

Siedlung Afferde (2011)

In Afferde konnten mehrere Gruben in einer laufenden Baustelle gesichert werden. Offensichtlich lag an diesem Talhang nahe des alten Fernhandelswegs (heute B 1) eine Siedlung vermutlich der vorrömischen Eisenzeit.

 

Rennfeuerofen Diethe (2011)

Ein zu großen Teilen erhaltener Rennfeuerofen in Diethe belegt die Gewinnung von Eisen aus lokalen Erzen. Proben daraus sind zur naturwissenschaftlichen Untersuchung an der Uni Köln.

Ofengrube mit Holzkohle und Schlacke eines Rennfeuerofens in Diethe

 

Urnengräberfeld Hohnhorst (2011)

Die wichtigste Neuentdeckung des Jahres 2011 war das Urnengräberfeld der vorrömischen Eisenzeit in Hohnhorst. Erst aufgedeckt bei den Bauarbeiten für eine Biogasanlage konnte das mit Abstand größte Urnengräberfeld in Schaumburg durch einen Großeinsatz vieler Beteiligter gesichert werden.

Hervorzuheben sind das vorbildliche Verhalten des Baggerfahrers und des Bauherrn, die den Fund meldeten. Innerhalb von elf Tagen konnten zusammen mit dem Landesdenkmalamt und Ehrenamtlichen über 300 Bestattungen aus der laufenden Baustelle geborgen werden. 200 Urnen wurden als Blockbergungen gehoben, 400 weitere Fundpositionen in Tüten geborgen. Der auch für Norddeutschland wichtige Fundplatz der Jahrhunderte um 500 v. Chr. soll in einem größeren Projekt wissenschaftlich ausgewertet werden. Einige Funde sind bereits vor Ort ausgestellt.

Nienburger Tasse aus dem Urnengräberfeld in Hohnhorst. Grabungsteam

 

Moora-Projekt (2011)

Im Rahmen des Moora-Projekts der Uni Göttingen (S. Busch-Hellwig) fanden Ausgrabungen an eisenzeitlichen Fundstellen im weiteren Umfeld des Uchter Moores statt. Hervorzuheben ist die Grabung eines Siedlungsausschnittes in Nendorf. Die eigentliche Moorleiche „Moora“ aus der Zeit um 600 ist Gegenstand zahlreicher naturwissenschaftlicher Untersuchungen eines Projektes des Landesdenkmalamtes.

Grabung der Uni Göttingen an einer eisenzeitlichen Siedlung in Nendorf

 

Gräberfeld Leese

Das durch Altfunde und die Ausgrabungen bis 1980 erkundete Urnengräberfeld von Leese wird aktuell an der Uni Göttingen durch S. Kriesch im Rahmen einer Doktorarbeit ausgewertet. Ein kleiner Fundkomplex mit Metallobjekten aus einer Baugrube des Jahres 2011 konnte hier hinzugefügt werden.