Projekte

Atelierstipendium „Freiräume“ in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) und Ausstellung ELSE der Stipendiatin Magdalena Los in der Zehntscheune Stadthagen

Schaumburger „Freiräume“ künstlerisch entdecken.

Magdalena Los hat das Artist-in-Residence-Stipendium der Schaumburger Landschaft in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK) angetreten.

In Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) hatte die Schaumburger Landschaft Anfang 2018 unter dem Titel „Freiräume“ ein Kunststipendium für fortgeschrittene Studierende der Hochschule ausgeschrieben. Mit dem zweimonatigen Artist-in-Residence-Stipendium sollte einer jungen Künstlerin bzw. einem Künstler der Hochschule die Möglichkeit gegeben werden, Schaumburgs Geschichte und Kultur näher kennenzulernen und die potentiellen „Freiräume“ des Schaumburger Landes künstlerisch zu verarbeiten. Grundlage dafür sind die interessanten räumlich-historischen Bezüge zwischen Schaumburg und Hamburg: Adolf I. von Schauenburg erhielt im Jahr1110 das Lehen für die Grafschaften Holstein und Stormarn, zu denen auch Hamburg gehörte. Mit der Gründung der Neustadt im Jahr 1188 lockte Adolf III. zahlreiche Kaufleute in die Hansestadt.

Unter 32 eingegangenen Bewerbungen hat die Auswahlkommission der HfbK im Mai Magdalena Los als Stipendiatin ausgewählt. Magdalena Los studiert im vierten Mastersemester bei Prof. Jutta Koether mit dem Schwerpunkt Malerei/Zeichnen. Ihre künstlerische Antriebskraft ist, „die Dinge anders zu machen“, d.h. Konventionen sowohl in der Kunst, als auch im ‚Alltag Leben in Frage zu stellen und neu zu formulieren. Deshalb bezieht sie auch ihr gesamtes Lebensumfeld in ihre Arbeit mit ein – und damit unterschiedlichste Medien und Materialien. Ihre künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Performances, Seiden- und Filzkonglomeraten, Mode- und Möbeldesign und Malerei z.B. mit Silikonölen und Babypuder. Ihre künstlerischen Arbeiten hat sie bereits bei verschiedenen Ausstellungen in Hamburg, Berlin, Regensburg, Gdansk, Tarnow und Neapel gezeigt.

Am Schaumburger Land fasziniert Magdalena Los besonders die Dampfeisenbahn in Rinteln, für die sie Anfang August den Führerschein abgelegt hat. Die Dampflok „Else“ soll dementsprechend in ihre künstlerische Arbeit einfließen. Magdalena Los befindet sich im August und September in Lauenau. Sie wohnt im „Kesselhaus“ und arbeitet in der Herbertusstube, in der sie ihr Atelier eingerichtet hat. Die Ergebnisse ihrer Arbeit zeigt Magdalena Los vom 28. September bis zum 21. Oktober in ihrer Ausstellung mit dem Titel ELSE in Stadthagen.

Wo soll das alles enden? Musiktheater zu "1968" an Schaumburger Schulen

Ungewollte Revolte  

Die Musiktheater-AG des Ratsgymnasiums zeigt in dem Dokudrama „Wo soll das alles enden?“ von Jürgen Wiemer das Stadthagen von „1968“ zwischen jugendlicher Aufsässigkeit und bürgerlichem Beharren. Am 24. und 25.9. um 19.30 Uhr in der Aula des RGS.

„1968“ – das ist Studentenrevolte, Hippies, Vietnam! „1968“ – das ist Autonomiebestrebung, Demokratisierung, Widerstandsgeist! „1968“ – das ist Sex and Drugs and Rock’n‘Roll! „1968“ – das ist Paris, Berlin, Frankfurt und Stadthagen! Stadthagen???

„So etwas gab es alles nicht an unserer Schule.“, beeilt sich Oberstudiendirektor Stracke, der Schulleiter des Ratsgymnasiums von „1968“, in dem Stück zu beschwichtigen. Seine sorgfältige Buchhaltung über alle Schulgeschehnisse, die hier als Grundlage des Stückes dienen, offenbart aber eher unfreiwillig: So etwas gab es sehr wohl in Schaumburg! Anders natürlich als in den Metropolen und Studentenhochburgen. Vorsichtiger, tastender und in Auseinandersetzung mit den Konventionen und dem Unverständnis des Schaumburger Bürgertums.

Der Frage „Welche gesellschaftlichen Nachwirkungen hatte „1968“ jenseits der urbanen Zentren im eher ländlich geprägten Raum?“ – von der Forschung kaum beachtet – ging eine wissenschaftliche Tagung der Schaumburger Landschaft im Februar dieses Jahres nach. In diesem Kontext hatte die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft und Historikerin, Priv.-Doz. Dr. Lu Seegers, mit Studierenden der Leibniz Universität Hannover und Schülerinnen und Schülern die Schulchronik des Ratsgymnasiums Stadthagen der Jahre 1966 bis 1971 ausgewertet. Dabei zeigte sich: Die Schulchronik, aber auch Schülerzeitungen wie die „Nesselblätter“ sind wichtige Quellen, die die Entstehung der Schülerbewegung in Schaumburg und die erwachenden Wünsche der Jugendlichen nach größerer individueller Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe belegen.  

Der Theaterregisseur und Dramaturg, Jürgen Wiemer, verarbeitete diese spannenden Zeugnisse sowie zeitgenössische Zeitungsartikel zu dem Dokumentar-Drama „Wo soll das alles enden?“: Auf diese Weise entsteht ein vielfältiges Mosaik der Zeit um „1968“ zwischen Vietnamgebet und Paukerfilm, den Rolling Stones und Heintje, hedonistischem Lebensstil und Skandalisierung.

Mit der Unterstützung der Schaumburger Landschaft und der Kulturstiftung Schaumburg wendet sich die Musiktheater-AG hiermit also diesem ganz anderen Stoff zu. Nach den viel gerühmten Aufführungen der vergangenen Jahre („Gatsby“, „Schöne neue Welt“, „Sommernachtstraum“) sowie dem deutschen Nationalepos „Die Nibelungen“ im März diesen Jahres zeigt die Gruppe das Ratsgymnasium 1968 im Ratsgymnasium 2018. Sie begibt sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln, lernt den Protest gegen die Starrheit und Autoritätshörigkeit der Nachkriegsgesellschaft als Kampf von Ex-Mitschülern für die eigene Sache an der eigenen Schule kennen. Das RGS-Musiktheater inszeniert dies mit einem über 20-köpfigen Schauspielensemble. Chorische und choreographische Elemente spielen wie immer eine große Rolle, klassisches Rollentheater ist das nicht mehr, wenn das Schauspielkollektiv die eigene Geschichte – immer auch kommentierend - nacherzählt, nachspielt, nachsingt.

So wichtig wie damals für die Jugendbewegung ist für die Inszenierung die Musik: Berühmt gewordene Songs, live gespielt von einer fünfköpfigen Band, lassen die Rhythmen und den Sound jener Jahre wieder lebendig werden. Titel von den Stones, Beatles, Kinks und vielen anderen mehr sind zu hören. Mit dabei Reinhard Mey, der im Jahr 1968 auf Einladung der Schüler im RGS gastierte, ein legendärer Song von Hannes Wader, der Top-Titel der Aussteiger-Ikone Steppenwolf, der Song der Siegerband eines Beat-Wettbewerbs und natürlich das 68er-Lieblingslied aller Schwiegermütter. Für das Stück wurden diverse Musiktitel vom musikalischen Leiter Dietmar Post neu arrangiert bzw. instrumentalisiert.

So ersteht dann der 68er-Zeitgeist auf der Bühne des Ratsgymnasiums aus den trockenen Quellen auf und tanzt und singt und streitet und lacht. Eine Dokumentation als Musik-Tanz-Schauspiel, die Altes neu, lebendig und ganz aktuell zeigt: als Auseinandersetzung um die Durchsetzung neuer Ideen.                                                                                                    

Karten kosten 9 Euro (ermäßigt 6 Euro) und können an der Abendkasse, in der Schule vor dem Schulsanitätsraum sowie im iPunkt/Stadthagen gekauft werden.


Neue CD der Arbeitsgruppe „Plattdeutsch“ der Schaumburger Landschaft: „EK KÜER PLATT, DU OOK?“

Geschichten und Vertellse ut den Schaumbörger Lanne twischen Steinhuder Mier un Bückebaarge

Das Schaumburger Platt ist ein versinkendes Kulturgut. Weil es immer weniger „Plattküerers" in Schaumburg gibt, droht diese Sprache zu verschwinden. Daher ist es für die Schaumburger Landschaft wichtig, das „Schaumbörger Platt" und die in ihm zur Sprache kommende Welt zu bewahren.

Dem sollen auch die Geschichten und Gedichte auf der neu erschienenen CD dienen. Oft erinnern sie an Ereignisse und Bräuche einer vergangenen Zeit, die mit der Region Schaumburg verbunden sind. Von Hochzeitsbräuchen ist da die Rede, von der Einführung der Eisenbahn, aber auch von großer Wäsche und Vogelscheuchen.

Das Besondere: „Das" Schaumburger Platt gibt es nicht, sondern jedes Kirchspiel hatte „sein" Platt. Und so repräsentieren die Geschichten auch die Vielfalt des „Schaumbörger Platt" zwischen Steinhuder Meer und Bückeburg, zwischen Lindhorst und Rinteln.

Die CD wird erstmals auf dem Plattdeutschen Tag am 19. August 2018 in Sülbeck vorgestellt und ist zum Preis von 9,90 € dort erhältlich. Danach kann sie bei der Schaumburger Landschaft erworben werden.

Zum Glossar mit den Übersetzungen der wichtigsten unbekannten Wörter:

Neu beTrachten.

Inspiriert von der  Schaumburger Tracht haben die Schaumburger Landschaft und die Hochschule Hannover ein neues Outfit für Gästeführer in der Leinenfabrik Seegers & Sohn in Steinhude präsentiert.

Mit dem Projekt „Nach Neuem Trachten“ hatte die Hochschule Hannover in Kooperation mit der Schaumburger Landschaft die Schaumburger Tracht vor einigen Jahren auf sehr erfolgreiche Weise in ein ganz neues Licht gesetzt und als zeitgenössische Mode von Streetwear bis Couture präsentiert. Nun haben die Schaumburger Landschaft und die Fakultät III – Medien, Information und Design der Hochschule Hannover wieder zusammengearbeitet und unter der Leitung von Prof. Martina Glomb am 26. Mai eine Kollektion für Gästeführer in Anlehnung an die Schaumburger Tracht in der Leinenfabrik Seegers & Sohn in Steinhude präsentiert. Funktional und gut tragbar sollte es sein – so hatten es sich die Schaumburger Gästeführer gewünscht. Rund 120 Gäste waren von ebenso eleganten wie schlichten Kleidungsstücken, in denen nachempfundene Elemente der Schaumburger Tracht verarbeitet wurden, begeistert.

Die Mode- und Produktdesignerin Julia Eschment, Absolventin der Hochschule Hannover, hat die Kollektion entworfen. Eschment, die mit einer Partnerin das Entwurfsatelier Nähwerk in Braunschweig betreibt, ließ sich im vergangenen Frühherbst auf der Trachtenschau in Bad Nenndorf inspirieren. Mit fachlichen Tipps stand ihr die Ottenser Trachtenexpertin Sophie Mensching zur Seite. Schaumburger Gästeführerinnen und Gästeführer hatten dann bald die ersten Entwürfe und die Auswahl der Farben in Augenschein genommen.

Das Projekt ist eingebunden in die Forschung des Studiengangs Modedesign zum Thema SLOW FASHION-Innovationen im Bedarfsfeld nachhaltige Bekleidung. Dabei erwies sich die Leinenfabrik Seegers & Sohn aus Steinhude als wichtiger Kooperationspartner. Bereits für das Projekt Nach Neuem Trachten hatte Deutschlands älteste Leinenweberei eindrucksvolle Schaumburger Ornamente gewebt, die sich auch u. a. auf den Jacken wiederfinden. Neu ist ein Blumenmotiv in Anlehnung an die Schaumburger Tracht, das die Leinenfabrik Seegers & Sohn nach einem Entwurf von Julia Eschment gewebt hatte. Es ziert den Sommerrock der Kollektion.

Die Kollektion von Julia Eschment ist als Work in Progress anzusehen. Die Entwürfe können weiterentwickelt und Details verändert werden. So können Gästeführer und Gästeführerinnen sich einzelne Teile anfertigen lassen. Hinzu kommen Accessoires wie eine Tasche und ein Rucksack sowie ein Regenschirm. Rucksäcke und Taschen mit dem Schaumburger Ornament können zudem bei der Leinenfabrik Seegers & Sohn, Bleichenstr. 28, 31515 Steinhude, erworben werden.

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Denkmalkindergärten

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege hat die Schaumburger Landschaft 2012 und 2013 ein Modellprojekt "Denkmalkindergärten" für Niedersachsen durchgeführt. Das Konzept wurde von Edith Weitzel-Mudersbach entwickelt, die Deutsche Bundesstiftung unterstützte das Modellprojekt finanziell. Für die Fortsetzung von "Denkmalkindergärten" ab 2014 als Projekt der Schaumburger Landschaft konnten als Pädagogen Christiane Papassimos und Henning Dormann gewonnen werden.

Ziel dieser denkmalpädagogischen Aktionstage ist es, die Gedanken und Werte der Denkmalpflege bereits für die  Jüngsten unter uns erlebbar zu machen und sie für ihre historische Umwelt, ihre Landschaft und Natur zu begeistern. Mit dem Einstieg in die kulturelle Bildung im Kindergartenalter soll eine erste positive Erinnerung geschaffen werden, die junge Menschen prägt, die sich für den Schutz und die Pflege ihres kulturellen Erbes engagieren werden. Jeder Aktionstag vor Ort  und am Denkmal bildet zu unterschiedlichen Themenbereichen von Archäologie, Kirchen und Schlösser bis hin zu landwirtschaftlichen Gebäuden, Gärten und Parks sowie Natur- und Landschaftspflege eine abgeschlossene Einheit. Neugier und Wissensdurst der Kindergartenkinder, die bereits kurz vor der Einschulung stehen, bilden dafür die auslösenden Momente.

Eine didaktisch ausgefeilte Führungsmethodik für  Kindergartenkinder lässt sie auf altersgerechtem Niveau erfahren, was ein Denkmal sein kann und welche Bedeutung es hat. Frühzeitig wird so auch ein Interesse an Heimatgeschichte und -verständnis geweckt, eine Voraussetzung, um kulturelles Erbe später zu pflegen.

Aus den Kindern werden so kreative und innovationsfreudige Menschen, die die historisch gewachsene Umwelt und Natur als ihre Kulturlandschaft und als Bereicherung ihres Lebens erkennen, sie schützen und bewahren.

In diesem Jahr stehen neben Schloss Baum, der Grabpyramide am Schloss Baum, dem Lauenhäger Bauernhaus und dem Stift Obernkirchen auch der Kurpark Bad Nenndorf als Beispiel eines englischen Landschaftsgartens eines hessischen Kurfürsten sowie - zusätzlich für Grundschulen - die Stadt Rinteln für Exkursionen zur Verfügung. Das Projekt läuft bis zum Beginn der Sommerferien am 27. Juni 2018.

Zum Anmeldeformular für Kindergärten                                 Zum Anmeldeformular für Grundschulen

 

 

 

 

 

 

 

 

Kulturorte in Schaumburg

Als erster Landschaftsverband Niedersachsens hat die Schaumburger Landschaft unter dem Titel „Kulturorte in Schaumburg“ eine Broschüre sowie eine mobile Website erstellt, die Geflüchteten kulturelle Orte in der Region Schaumburg in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch) näherbringt. Über diesen Link gelangen Sie zur mobilen Website: www.kulturorte-shg.de.

Forum Industriekulturlandschaft Georgschacht

Am 29. November 2017 organisierte die Schaumburger Landschaft in Kooperation mit BürgerEnergieWende Schaumburg e. V. unter dem Titel "Forum Industriekulturlandschaft Georgschacht" eine Vortragsveranstaltung zu der Frage, ob und wie das einmalige bauliche Ensemble des Georgschachts in Stadthagen um das ehemalige Zechenhaus "Kohlenkirche" erhalten werden kann.

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